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Stehrümpelchen

Wi Kört Platt

veröffentlicht am 16.10.2009 um 09:25 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 17:29 Uhr

Wi Kört Platt

stantepee: sofort schüddeköppen: Kopf schütteln

upstanaatsch: aufmüpfig up’n Stutz: plötzlich

Boikerschapp: Bücherschrank

toif: warte diuere: dauerte

seiten: saßen

Dönse: kleines Zimmer

Was for mek ’ne echte „Woortfindung“, seo seggt’n doch huite teo ganz nieen „Woortschöpfungen“, un davon hebbet wi jaa woll balle teo veele, meine ek. Vor’n paar Dagen reip mek miene Nichte ut Köln an un vertelle mek von öhren Gebiurtsdag un dabie säe se: „Un jümmer düsse veelen Geschenke, et weert von Jahr teo Jahr mehr Stehrümpelchen!“ Ek stutze un frage mek, wat se woll mee düsset niedütsche Woort meinen däe? Wi unnerhaulen ösch noch ’ne Weile ober veelet, aber glöffstet oder glöffstet nich, mek güng düt „Stehrümpelchen“ nich ut’n Kopp riut! Un wenn mek maal weer nix ut’n Koppe geiht, denn gahe ek stantepee naa miene lüttje Ehegeliebte hen un vertelle öhr mienen Koppballast! Teoierst schüddeköppe se, denn kreig se strenge Falten an öhre Stirne, is jümmer seo, wenn se naadenken deit, aber denn lache se un reip: „Kiek dek doch maal ümme in iusen Hiuse, da kannste ook mannichein „Stehrümpelchen“ finnen; un wege was se! Seo’n betjen upstanaatsch weert jaa dei Friusluie, wenn se maal mehr weetet as wi Mannsluie. - Na jaa, ek stund da as Bottern an de Sunnen, teog mek denn aber flink an mienen Schreiwdisch teorügge un sinneere jümmer noch ober düt „Stehrümpelchen“. Up’n Stutz güng miene Zimmerdöör up un miene bätere Hälwte reip mek teo: „Nu kiek doch bloot maal up dienen Schreiwdisch, in dien Boikerschapp un dei veelen Regale ringsümme, düsse veelen Scharteken, Staubfänger, düt sünd ook for mek allet bloot „Stehrümpelchen“! Wege was se un ek harre mien Fett wege. - Toif man, dachte ek, kümmt Tiet, kümmt Rat! Nu hett miene Lüttje jaa gottseidank ook öhre eigenen veier Wände, wo se sniedert, flicket, bügelt un sek in sek sülmst teorügge nümmt! Ek alseo rup naa hoben, se was graade an’n Bügeln. Ek keik mek in aller Riuhe ümme un säe denn: „Heier fällt man aberst ook balle ober siene eigenen Fäute!“ - Tja, was denn aber doch ’ne korte Tiet „Sweigstille“ in iusen Hiuse. Aber diuere korte Tiet, denn seiten wi balle weer teohaupe an einen Dische. Un da hebbet wi ösch nu beide endlich vorenomen, in öhre un miene Dönse weert maal weer seo richtig uperäumet un dei veelen „Stehrümpelchen“, alle düt Krimskraam, wat ösch jümmer in’n Wege steiht, dat kümmt nu in iuse Rumpelkamer, naa ganz boben: „Ut’n Ogen - ut’n Sinn!“



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