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AWS-Annahmestelle Doktorseeweg: Längere Öffnungszeiten nicht wirtschaftlich

Staus und Wartezeiten unvermeidlich, wenn 200 Bürger ihren Müll abladen

Rinteln (wm). Heute ist wieder "Großkampftag" auf der Dauerannahmestelle der Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) am Doktorseeweg. Denn die Zahl der Bürger, die ihren Problemmüll zur Annahmestelle bringen, steigt laufend weiter an: 120 Nutzer waren es pro Anlieferungstag noch am alten Standort Galgenfeld, rund 200 sind es jeden Mittwoch am Doktorseeweg. Was zu Verkehrschaos und langen Schlangen auf dem Doktorseeweg und der Hartler Straße führt.

veröffentlicht am 16.08.2006 um 00:00 Uhr

Folgt man den Schildern, wird manüber die Hartler Straße zur Ann

Die Forderung von Bürgern und aus der Kommunalpolitik, die Annahmestelle sollte deshalb auch am Sonnabend geöffnet werden, hält AWS-Geschäftsführer Peter Kühn nicht für praktikabel. In Rinteln werde wegen der hohen Anlieferungszahlen bereits eine Ausnahme gemacht, die Annahmestelle sei nämlich jede Woche statt wie woanders nur alle 14 Tage geöffnet. Würde man diese Öffnungszeit weiter ausdehnen, ergäben sich für die AWS neue Probleme: Denn noch mehr Anlieferung von Hausmüll und Problemabfällen gehe zu Lasten der "schwarzen Tonne" und der flächendeckenden Sperrmüllabfuhr. Auf diese anderen Systeme könne man aus mehreren Gründen aber nicht verzichten. Auch Müllabfuhr sei eine Mischkalkulation und die Gebühren an den Dauerannahmestellen keineswegs kostendeckend. Müllentsorgung sei auch ein Solidarsystem - Senioren und Familien, die keine Gelegenheit haben, ihren Müll zur Dauerannahmestelle zu bringen, seien nach wie vor auf die Abholung vor der Haustür angewiesen. Das zeitweise Verkehrschaos auf dem Doktorseeweg sei auch Ergebnis der Tatsache, dass sich Anlieferer nicht an die Beschilderung hielten. Empfohlen werde nämlich die Zufahrt von der Stichstraße der Hartler Straße am Doktorsee, damit Fahrzeuge mit Hängern auf die Annahmestelle rechts abbiegen können. Wer abgeladen hat, sollte wiederum rechts auf den Doktorseeweg abbiegen. Auf der Dauerannahmestelle selbst, so Kühn, ließe sich der Ablauf kaum weiter optimieren. Man habe bereits gemeinsam mit der Leiterin Nicola Drolshagen alle technischen Möglichkeiten ausgereizt, beispielsweise bei der Containerbestückung. Kaum beeinflussen lasse sich das Entladetempo: "Manche sind halt schneller, manche langsamer." Ein weiteres Problem sei, dass es einen gewissen "Mülltourismus" über die Landesgrenze hinweg gebe. Zwar würden sich die Mitarbeiter bei fremden Kennzeichen die Personalausweise zeigen lassen - aber eine hundertprozentige Garantie für Missbrauch gebe es nicht.

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