weather-image
21°
×

Staunen über das Pandemie-Management

Zu: „“, vom 29. April

Man kann nicht aufhören zu staunen über das Pandemie-Management. Mit großer Verwunderung habe ich beobachtet, dass wir zu Beginn eindringlich aufgefordert wurden, alles zu desinfizieren, oft die Hände zu waschen, uns nicht ins Gesicht zu fassen, während wir uns noch munter mit unseren Mitmenschen unterhalten und ihnen nahekommen durften.

veröffentlicht am 09.05.2020 um 00:00 Uhr

Autor:

Dabei weiß doch jedes medizinische i-Männchen, dass Viren, die die Atemwege befallen, hauptsächlich über Tröpfchen beim Atmen und Sprechen und höchst selten durch Berühren von Gegenständen übertragen werden. Physische (nicht soziale!) Distanz und Tröpfchenschutz zu Beginn wären die wichtigsten Maßnahmen gewesen.

Nun haben wir die Maskenpflicht, aber jeder muss selbst sehen, wo er welche herbekommt. Und warum darf die Verkäuferin, die auf mein Brötchen atmet, ohne Maske arbeiten? Professor Streeck, Leiter des Virologischen Institutes der Uni Bonn, hat mit seinen dankenswerterweise eigeninitiativ gestarteten Untersuchungen in Heinsberg festgestellt, dass in Häusern mit CoVid-19-Erkrankten zwar vereinzelt Viruspartikel auf Türklinken, Waschbecken, Toiletten etc. nachgewiesen werden konnten, dass aber daraus nie ein lebendes Virus angezüchtet werden konnte, also keine Infektion möglich gewesen wäre. Warum sollen wir dann mit Karte bezahlen? Geldscheine und Münzen als Übertragungsquelle hält auch Professor Drosten für extrem unwahrscheinlich. Und was ist problematischer: Wenn ich aus meinem Portemonnaie der behandschuhten Kassiererin einen Geldschein gebe – oder wenn ich die Tastatur berühre, in die vor mir schon Dutzende ihre Geheimzahl getippt haben? Vor kurzem wurde über die Abschaffung des Bargeldes gesprochen, damals noch für die meisten Deutschen undenkbar, unter Corona-Bedingungen akzeptiert? Und wie steht es mit der Anonymität der geplanten Tracking-App? Wenn Person XY die meiste Zeit in der Müllerstraße 20a verbringt und jeden Tag den selben Arbeitsplatz aufsucht, sollte wohl schnell zu klären sein, um wen es sich handelt! Kein Wunder also, dass die Datenkraken Google und Facebook sofort ihre „uneigennützige“ Hilfe angeboten haben. Einen Nutzen soll die App erst bringen, wenn 60 Prozent der Bevölkerung mitmachen – ein Schelm, der hier an den gläsernen Menschen denkt, dessen Bewegungsprofil, Kauf- und Sozialverhalten so der Privatsphäre entrissen wird. Bei allem gebotenen Schutz vor Infektion also bitte weder das eigene Gehirn noch demokratische Rechte außer Kraft setzen!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt