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Anerkennungsverfahren steht bevor

Status für Bad Nenndorf auf dem Prüfstand

Bad Nenndorf (oke). Viel Arbeit steht im Nenndorfer Rathaus in nächster Zeit an, denn mit Inkrafttreten der neuen Kurortverordnung von 2005 ist die Stadt in der Bringschuld. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium fordert diverse Gutachten, die nachweisen sollen, dass Bad Nenndorf fit für die Zukunft auf dem internationalen Gesundheitsmarkt ist. Werden die Vorgaben der Landesregierung nicht eingehalten, steht der Status als Kurort auf dem Spiel.

veröffentlicht am 26.04.2007 um 00:00 Uhr

Vor allem Expertisen zur Zusammensetzung der Heilmittel, aber auch eine Beurteilung der Infrastruktur und der medizinischen Ausstattung der Kurorte werden verlangt, die durch Langzeittests der Luft- und Klimagüte ergänzt werden. Die Anforderungen seien streng, wie Rainer Kottkamp vom Ressort für Gesundheitstourismus im Wirtschaftsministerium mitteilt. "Das Prädikat Kurort ist eines der höchsten, die wir vergeben können", dementsprechend fordernd seien die Bewertungskriterien für die Gemeinden, die am Anerkennungsverfahren teilnehmen. So darf beispielsweise der Höchstwert für Luftbelastungen im gesamten Kurort bei nur 60 Prozent der sonst üblichen Maximalwerte liegen. Die gesetzlichen Toleranzmargen in diesem Bereich sind eng und deren Gewährung abhängig vom guten Willen des Ministeriums. Des Weiteren werden Auflagen an die Verkehrsführung im Ort selbst, als auch in der unmittelbaren Umgebung gemacht. Leitgedanke hierbei ist eine möglichst große Entlastung der Kurortinnenstadt von Staub, Ruß und Stickstoffdioxiden. Auch die Standards für die Moor- und Soleanalysen, auf denen Bad Nenndorfs Renomée als Kurort vorrangig basiert, sind in einem Katalog der Service-Agentur des Heilbäderverbandes Niedersachsen genau vorgeschrieben. Zu Finanzierung der Gutachten hat die Stadtverwaltung bereits 5000 Euro in die Kalkulation des Haushalts 2007 einberechnet. Hinzu kommen noch bis zu 4000 Euro für das Anerkennungsverfahren. Die Agentur ist mit der Ausführung und Koordination der Gutachten beauftragt. Von ihrer zusammenfassenden Bewertung hängt es zu großen Teilen ab, ob ein Ort den Status als Kurort weiterführen darf. Die Nenndorfer Stadtverwaltung gibt sich derweil gelassen. Genauer beschäftigt habe er sich noch nicht mit dem Thema, so Stadtdirektor Bernd Reese, jedoch seien Fortbildungen in diesem Bereich bereits geplant. Vorbereitungen für die ersten Tests sollen, wie in der jüngsten Sitzung des Fremdenverkehrsausschusses beschlossen, im Sommer beginnen. Ein Teil dieser Planungen ist auch die Teilnahme Bad Nenndorfs am Entwicklungskonzept 2007 bis 2013 der "Initiative Weserbergland-plus-Region". Der Zusammenschluss von vier Landkreisen, Nienburg/Weser, Schaumburg, Hameln/Pyrmont und Holzminden soll durch eine engere Kooperation die öffentliche Wahrnehmung der Region alsWellness- und Gesundheitszentrum stärken. Ein erstes Projekt der Initiative ist der "Gesundheitssommer". Während der Aktion sollen spezielle Produkte, die die Gesundheitsinstitutionen der einzelnen Kreise anbieten, vermarktet werden. Im Hinblick auf die anvisierte Entwicklung Bad Nenndorfs passten die Ziele der Initiative mit denen der Stadt "wie die Faust aufs Auge", so Reese. Sollte das Anerkennungsverfahren jedoch mit dem Entzug des Kurortprädikats enden, so entfiele für Bad Nenndorf unter anderem die Möglichkeit zur Erhebung von Fremdenverkehrs- und Kurbeiträgen. Der Einnahmenausfall betrüge dann mehrere hunderttausend Euro - vom Imageschaden ganz zu schweigen.



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