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Miriam Vauth und Sören Tadge auf "Seitenwechsel" in Indien und Brasilien / Programm des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks

Statt Traumurlaub nach Abi: Die etwas andere Auslandsreise...

Nienstädt/Lindhorst (jl). Während etliche Abiturienten des Jahrgangs ausgedehnte Urlaube in fernen Ländern machen, haben sich Miriam Vauth aus Lindhorst und Sören Tadge aus Nienstädt für eine andere Zwischenstation vor dem Studium entschieden. Sie fahren nach Indien beziehungsweise Brasilien, um sich in sozialen Projekten zu engagieren.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 11:36 Uhr

Miriam Vauth und Sören Tadge haben sich gründlich für den "Seite

"Ich wollte ins Ausland, aber nicht als Tourist, sondern um im sozialen Bereich anzupacken. Außerdem möchte ich auch die Kultur des Landes kennen lernen", hat die frisch gebackene Abiturientin ihr Ziel für die Zeit nach dem Abi beschrieben. Miriam Vauth hat geraume Zeit gesucht, aber nichts Passendes gefunden -bis der entscheidende Tipp für ihren jetzigen Indien-Aufenthalt von Vater Wilfried, dem Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lindhorst, kam. Wilfried Vauth hat seine Tochter auf das Programm "Seitenwechsel" des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Niedersachsen aufmerksam gemacht, mit dem die Schaumburg-Lippische Landeskirche eng zusammenarbeitet. Bei der Hermannsburger Mission hat Miriam Vauth ihr Ziel gefunden. Im Zuge des Programms hat sie sich mit Sören Tadge und 17 weiteren Jugendlichen auf den etwas anderen Auslandsaufenthalt vorbereitet. "Wir wurden in einem Seminar mit Entwicklungspolitik und Länderkunde vertraut gemacht -aber auch wie man in den jeweiligen Ländern zurechtkommen kann -übrigens auch mit dem Heimweh", berichtete sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr eigentliches Ziel, den Ort Pandur in der indischen Provinz Madras, dürfte die 18-Jährige mittlerweile erreicht haben. Dort wird Vauth in den kommenden sechs Monaten im Kindergarten eines Mädchenheims arbeiten und nebenbei auch Dienst im Büro leisten. Kultur, Land und Leute in Indien stehen während Vauths Urlaub zum Jahresende auf dem Programm. Nach der Rückkehr will die "Seitenwechslerin" sondieren, welchen Beruf im sozialen Bereich sie ansteuern will, um dann im Wintersemester 2008/2009 ein entsprechendes Studium zu beginnen. Bei Sören Tadge dauert der "Seitenwechsel" ein ganzes Jahr. Er wird in Ariquemes im Nordwesten von Brasilien seinen "Anderen Dienst" als Ersatz für den Zivildienst ableisten. Tadges Arbeitsplatz wird die "Escola Para Vida", eine Schule für Straßenkinder. Diese wird der Nienstädter in mehreren Fächern unterrichten. "Ich mache diesen Dienst im Ausland, weil ich gern mehr sehen möchte als einen Kindergarten ein Altenheim hier im Kreis", lautet Tadges Motivation. "Das Jahr bietet mir die Möglichkeit, völlig frei eine andere Kultur hautnah zu erleben. Das ist kein Urlaub, sondern ein Leben mit den Menschen vor Ort, ihren Sorgen und Freuden." Sören Tadge möchte auf dieseWeise "das Leben auf dieser Erde aus dem Blickwinkel der Benachteiligten" erfahren. Der engagierte Christ möchte nach dem Brasilien-Jahr Sozialwissenschaften studieren.

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