weather-image
Paul-Egon Mense: Lichtanforderung mit Handy ist in Lemgo schon Realität / Stadtwerke-Aufsichtsrat will beraten

Statt Taschenlampe: Per SMS geht die Straßenlampe an

Rinteln (wm). 5000 Straßenlampen gibt es in der Kernstadt und den Ortsteilen, haben die Stadtwerke aufgelistet. Nach Meinung vieler Bürger sind die aber immer dann dunkel, wenn man unbedingt Licht braucht - nach Mitternacht auf dem Heimweg von einer rauschenden Party. Der Rintelner Ratsherr Paul-Egon Mense (FDP) ist überzeugt, die Lösung dieses Problems gefunden zu haben, und schlägt vor, man solle hier dem Beispiel der Stadt Lemgo folgen und Straßenlampen so umrüsten lassen, dass sie der Bürger nächtens mit seinem Handy bei Bedarf einfach einschalten kann.

veröffentlicht am 26.03.2007 um 00:00 Uhr

Die Idee sei bei den Stadtwerken bereits geprüft worden und soll Thema der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates werden, schilderte auf Anfrage der technische Leiter der Stadtwerke, Thomas Sewald. Man sei grundsätzlich nicht abgeneigt, aber das Modell habe auch seine Tücken. So eigneten sich beispielsweise die so genannten Quecksilberdampfleuchten nicht für spontanes An- und Abschalten. Diese Leuchten müssen - vor allem bei niedrigen Temperaturen - mindestens eine Stunde, besser länger brennen, sonst verdampft das Quecksilber nicht vollständig - mit der Folge, dass die Lampe vorzeitig den Geist aufgibt. Auf der anderen Seite sind diese Leuchtmittel für eine Straßenbeleuchtung ideal - sie leuchten sehr hell und das bei moderatem Stromverbrauch. Sinnvoll sei es sicher, erläuterte Sewald, Lampen in Bereichen umzurüsten, die ohnehin nicht durchgehend beleuchtet sein müssen - zum Beispiel ein Weg über einen Friedhof. An den Bundesstraßen in Möllenbeck und Deckbergen dagegen werde auch künftig das Licht die ganze Nacht über anbleiben, das sei in allen Städten Standard, schon aus Sicherheitsgründen. In der Kernstadt und im Industriegebiet Süd haben die Stadtwerke inzwischen eine elegante Lösung gefunden, um einerseits Strom zu sparen und auf der anderen Seite nächtlichen Heimkehrern den Weg zu beleuchten. Um 20 Uhr wird von den zwei Leuchtmitteln einer Lampe eins ausgeschaltet. Sewald: "Die meisten Leute merken das nicht einmal." Die Schaltzeiten für die Straßenbeleuchtung in der Kernstadt wie in den Ortsteilen sind keineswegs von den Stadtwerken festgelegt, sondern ganz demokratisch vom Verwaltungsausschuss der Stadt mit Mehrheit beschlossen worden. Danach wird die Beleuchtung in der Ortsteilen um 5.30 Uhr morgens ein- und um Mitternacht ausgeschaltet. In der Kernstadt wie im Industriegebiet Süd wird die Beleuchtung von 20 bis 6.30 Uhr reduziert - das heißt, hier wird jede zweite Leuchte abgeschaltet. Wobei es noch eine Alternative gibt für alle, die garantiert beim Heimweg nicht im Dunkel tappen wollen: Dass sich nicht jeder eine "MagLite" in die Taschen stecken will, groß, schwer und notfalls auch als Schlagwaffe zu benutzten, ist verständlich. Doch moderne LED-Taschenlampen sind klein, halten ewig und leuchten enorm hell. Da reicht schon eine Mini-Leuchte am Schlüsselbund für die Wegfindung zum Parkplatz, wo das Auto steht - und das hat ja Scheinwerfer.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare