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Erhalt der katholischen Kirchen in Helpsen und Nienstädt fraglich / Reaktionen aus Kirchengemeinden

"Statt Kirchensteuer allgemeine Kultursteuer"

Helpsen/Nienstädt (mw). Nach Plänen des Bischhöflichen Generalvikariats Hildesheim sind die katholischen Kirchen Heilig Kreuz in Helpsen und Sankt Bartholomäus in Nienstädt von der Schließung bedroht (wir berichteten). Aus örtlichen Kirchenkreisen liegen hierzu erste Reaktionen vor.

veröffentlicht am 23.01.2008 um 00:00 Uhr

"Die Gemeinde weiß schon länger, dass etwas auf sie zukommt", kommentiert Norbert Mauerhof, Pfarrer der katholischen St.-Joseph-Gemeinde Obernkirchen und zugleich Pfarrverwalter der Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Helpsen mit der Filialkirche St. Bartholomäus in Nienstädt, die zur Diskusssion stehenden Kirchenschließungen. So sei etwa die Nienstädter Kirche bereits seit Jahren "bautechnisch abgeschrieben". Dassüber die Zukunft der beiden Kirchengebäude seitens des Bistums Hildesheim finanzielle Aspekte entscheiden, könne er nachvollziehen, sagt Mauerhof. "Als Privatmann macht man es ja auch." Für die Kirchenmitglieder sei eine Schließung indes "immer schmerzlich". Es werde überlegt, wie die beiden Kirchen erhalten werden können. Beschlossen ist nach Auskunft von Mauerhof jedoch bereits eine Fusion der Kirchengemeinde Helpsen-Nienstädt mit der St.-Joseph-Gemeinde Stadthagen zum September. Aber: "Ich weiß auch nicht, ob das der Weisheit letzter Schluss ist." Man müsse abwarten, ob die bisherigen Gottesdienste trotz Fusion beibehalten werden können. Margarete Solbach, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Helpsen-Nienstädt, sieht die Fusion "nicht als Problematik". Diese sei lediglich eine "Anpassung an die Gegebenheiten" und biete die Gelegenheit, vorhandene Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen. Dass die Kirchen geschlossen werden könnten, diesen Gedanken habe sie "erstmal verdrängt", sagt Solbach. Angesichts der hohen Energie- und Erhaltungskosten werde es aber wohl keine andere Möglichkeit geben. Ob man sich in der katholischen Kirche zu Hause fühlt, habe aber nichts mit einem speziellen Gebäude zu tun. Für Günter Lütke-Bohmert, Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Helpsen-Nienstädt, stellt die mögliche Kirchenschließung einen "Rückzug der Kirche aus der Fläche" dar. Er sehe schon, dass es drängende finanzielle Fragen gibt und "mittelfristig etwas passieren" muss. Es gebe aber andere Lösungsansätze: So könne man etwa als Alternative zur Kirchensteuer, die nur von Mitgliedern aufgebracht wird, eine allgemeine Kultursteuer einführen. Auch könne man "mehr auf Ökumene setzen". Es sei "verwaltungstechnisch und sachlich sicher falsch", in die beiden Gebäude Geld zu investieren, meint Johannes Tuschhoff-Cicigoi, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Stadthäger St.-Joseph-Gemeinde. Es stecke in dieser Angelegenheit auch "ein bisschen Herzblut", da sich die Gemeindemitglieder mit ihrer Kirche verbunden fühlen. "Wenn eine Kirche aus eigener Kraft nicht weiter kann", dann sei eine Fusion aber sinnvoll.



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