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Öffentliche Diskussion am 16. Oktober

Start für Debatte über Mahnmal

Landkreis (ssr). Mit einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel "Erinnern oder Vergessen?" startet am Dienstag, 16. Oktober, um 19 Uhr in der Aula der Schule Am Schlosspark in Stadthagen eine mehrstufigeöffentliche Debatte über das geplante Erinnerungsprojekt für die Nazi-Opfer in Schaumburg. Veranstalter ist die vom Rat der Stadt beauftragte "Schaumburger Landschaft". Mit welchem Konzept, in welcher Form und wo eine Gedenkstelle ein Ergebnis dieses breit angelegten Diskussionsprozesses sein kann, daran werde "ergebnisoffen" herangegangen, betonte Sigmund Graf Adelmann, Leiter der 16-köpfigen Projektgruppe, gestern vor Journalisten.

veröffentlicht am 05.10.2007 um 00:00 Uhr

Projektleiter Sigmund Graf Adelmann (rechts) und Berater Günter

In der Auftaktveranstaltung soll darum gehen, die grundsätzliche Notwendigkeit eines solchen Erinnerungsprojektes zu erörtern. Eine solche Debatte unter der Überschrift "Erinnern oder Vergessen?" sei "dringend nötig". Auch Kritiker des Projektes sollen ausdrücklich zu Wort kommen. Hinter den einstimmigen Beschluss des Rates, dass es - in welcher Form auch immer - ein "Erinnerungsprojekt" geben wird, "dahinter werden wir aber nicht zurückfallen", fügte er hinzu. Moderiert wird der Diskussionsabend gemeinsam vom Vorsitzenden der "Landschaft", Klaus-Henning Lemme, und von Landesbischof Jürgen Johannesdotter. Drei Kurzreferate sind geplant: Rolf-Bernd de Groot (Obernkirchen) berichtet am Beispiel der Familie Lion über jüdische Nazi-Opfer in Schaumburg. Der Bückeburger Klaus Maiwald erläutert am Beispiel des Oppositionellen Karl Abel, wer dort die politischen verfolgten Opfer der Nazis waren - zu denen laut Adelmann auch einige Deutschnationale gehörten. Schließlich kommt Sachverstand "von außen" zu Wort: Horst Seferens (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) referiert über "öffentliches Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus heute". Zwischen den Kurzreferaten sieht der Ablaufplan ausdrücklich Zeit für Rückfragen und Diskussionsbeiträge der Bürger vor. Zu diesem Auftakt auftreten wird auch der von der Stadt als Berater und Moderator für das Erinnerungsprojekt engagierte Berliner Experte Günter Schlusche. Der Architekt und Städteplaner war einige Jahre Projektleiter des Berliner Holocaust-Mahnmals und ist heute Chef des Dokumentationszentrums Berliner Mauer. Auf den 28. November ist eine zweiteöffentliche Veranstaltung gelegt, in der es um die Konzeption des Vorhabens gehen soll. Konkret: Wie lässt sich der Stadthäger Ansatz mit kreisweit bereits vorhandenen Projekten vernetzen? Und: Welche langfristigen Zielrichtungen, etwa in der pädagogischen oder kulturellen Arbeit, sollen mit dem Erinnerungsprojekt verknüpft werden? Vermutlich Mitte Januar soll in einer dritten öffentlichen Diskussionsrunde über Standort und Gestalt einer möglichen Gedenkstätte gesprochen werden.



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