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Bundeswehr investiert bis 2016 in Neubauten sowie Sanierungen in Bückeburg und Achum

Standort wird für 60 Millionen Euro ausgebaut

Bückeburg. An der Heeresfliegerwaffenschule ist eines der größten Investitionsprogramme der vergangenen Jahrzehnte angelaufen. Bis 2016 werden mindestens 60 Millionen Euro in den Neubau und Ausbau von Unterkünften, Hallen, Dienst- und Stabsgebäuden, Infrastruktur und Technik in beide Kasernen in Achum und in der Innenstadt gesteckt. Allein 2007 laufen elf Baumaßnahmen an, von denen einige bereits begonnen wurden. Die Investitionssumme allein für diese elf Projekte beträgt nach den bisherigen Kalkulationen 22,5 Millionen Euro.

veröffentlicht am 07.03.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:48 Uhr

Die ersten beiden Unterkunftsgebäude - derzeit bereits im Rohbau
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

"Wir sind bereits ein hochmoderner Standort und mit den weiteren Investitionen auf dem richtigen Weg, von dem Schaumburg und die Region nur profitieren kann", sagte der Kasernenkommandant und Infrastrukturbeauftragte, Oberstleutnant Norman Strelow, während eines Pressegesprächs, in dem er zusammen mit seinem Oberstabsfeldwebel Peter Wittek die Planungen vorstellte. Nach Bau von Simulatoren und Stabsgebäude sowie der Stationierung der beiden neuen Hubschraubertypen EC 135 als Schulungshubschrauber sowie des NH-90 als leichten Transporthubschrauber werden die Bauprojekte den Standort nachhaltig verändern und - natürlich - sichern. Alleinüber elf Millionen Euro werden ab dem Spätsommer in den Bau von zwei neuen Hallen für Instandsetzung und Unterbringung des neuen NH-90 gebaut, von denen 14 Exemplare in Achum stationiert werden. Die Instandsetzungshalle - künftig Halle 9 - wird eine Grundfläche von 3600 Quadratmetern haben. Hier entstehen drei Docks zur Wartung der Helikopter, dazu kommen Werkstätten und weitere Büros. Die Abstellhalle- künftig Halle 10 - wird eine Grundfläche von 1800 Quadratmetern haben und dient allein der Unterstellung des NH-90. Beide Hallen werden vor der Ausbildungswerkstatt direkt am Flugfeldgebaut. Begonnen hat der Bau von zwei Unterkunftsgebäuden mit 102 Betten. Hier sollen die Lehrgangsteilnehmer der Piloten-Lehrgänge untergebracht werden. Bereits im März 2008 soll das Gebäude an die Truppe übergeben werden. Es entspricht natürlich den modernsten Standards: Je zwei Lehrgangsteilnehmer teilen sich eine Nasszelle. Die Investitionssumme: 3,7 Millionen Euro. Aber mit dem Bau dieser einen Unterkunft sind die Bettenprobleme noch nicht gelöst. Daher wird - auch im Hinblick auf die angestrebte internationale Ausbildung von NH-90 Piloten in Bückeburg - im September 2009 mit dem Bau noch eines Unterkunftsgebäudes begonnen: mit insgesamt 84 Betten, natürlich auch nach den neuesten Standards. Die Investitionssumme: drei Millionen Euro. Im Oktober 2011 soll dieses Gebäude an die Truppe übergeben werden, so der bisherige Stand der Planungen. Ebenfalls bereits im Bau ist die Erweiterung der Flugplatzfeuerwehr, wo 3,25 Millionen Euro investiert werden. Nach der Fertigstellung im August 2008 wird die Achumer Feuerwehr zu den größten und modernsten gehören, welche die Bundeswehr derzeit zu bieten hat. Ebenfalls bereits im Bau ist die Erweiterung der Hauptwache, der Bau eines Hundezwingers und des Lagergebäudes. Hier wird modernstes elektronisches Überwachungsequipment eingebaut. Denn mit Erhalt der neuen Hubschrauber, die einer neuen Geheimhaltungsstufe unterliegen, muss auch die Sicherheitsstufe in Achum erhöht werden. Künftig wird es wieder einen zweiten Sicherheitsring geben; nur noch bestimmtes Personal hat Zugang zu Hallen und Flugfeld. Bereits vollendet: der Bau der Kompensierungsfläche, eine drehbare Aluminiumscheibe fernab jeglicher Bebauung, auf der die empfindlichen Navigationsgeräte der Hubschrauber am Erdmagnetfeld neu und exakt justiert werden. Noch im Bau: die Erweiterung der Truppentischlerei, der Bau einer Hydraulikbank, einer ASR-Antennenanlage, der Umbau der Flugfeldtankanlage, in der 900 000 Liter Flugbenzin gelagert werden. "Wir kommen damit auch einer Forderung der Unteren Naturschutzbehörde nach", sagte Oberstleutnant Strelow: "Der Umbau liegt uns sehr am Herzen." Überhaupt wird in den kommenden Jahren einiges in den Bereich Umweltschutz und Energieeinsparung investiert. So ist noch diesen Sommer die Sanierung der Fernheizung geplant. Kosten: rund eine Million Euro. Das größte und aufwändigste Projekt beginnt dann im Jahr 2011, wenn - verteilt über einen Zeitraum von fünf Jahren - das gesamte Abwassersystem des Flugplatzes saniert wird. Bisher sind dafür gut sechs Millionen Euro veranschlagt. Was noch kommt: Der Bau eines weiteren Stabs- und Lehrsaalgebäudes für knapp fünf Millionen Euro ab Oktober 2009. Die Erweiterung der Ausbildungswerkstatt, wo die Fluggeräteelektroniker ihren eigenen Bereich erhalten - Platz für weitere Lehrstellen inklusive. Ein Gebäude für den Fliegerpsychologen, in dessen Simulatoren Bewerber auf ihre Eignung zum Piloten getestet werden. Der Umbau der Offiziersunterkünfte für 2,1 Millionen Euro. "Ein gewaltiges Pfund, was hier investiert wird", stellte der Infrastrukturbeauftragte fest. Planung und Umsetzung erfolgtübrigens über das Staatliche Baumanagement Nienburg, das auch die Aufträge - europaweit - ausschreibt und vergibt. Bisher sind die Aufträge größtenteils an Generalunternehmer vergeben worden, die wiederum Subunternehmer zur Erfüllung der Aufträge einsetzen. "Die heimische Wirtschaft wird daher sicherlich von dem Bauboom profitieren", vermutete der Infrastrukturbeauftragte. Er erinnerte daran, dass der Standort jährlich rund eine Million Euro allein für Bauunterhaltung ausgibt. "Das kommt dem Handwerk vor Ort direkt zugute."

So sieht die neue Instandsetzungshalle NH-90 aus, die derzeit fü
  • So sieht die neue Instandsetzungshalle NH-90 aus, die derzeit für acht Millionen Euro gebaut wird.


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