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Bückeburger Politiker reiben sich an den Vorgaben des Landes / Kostengünstigere Lösungen zulassen

Standards für Querungshilfen müssen runter

Bückeburg (rc). 25 000 Euro für die Querungshilfe an der Kreisstraße in Meinsen, 50 000 Euro für höchstens drei Querungshilfen in Bergdorf und Scheie - diese Summen stehen jedenfa lls noch in den Haushaltsvoranschlägen für 2009. Querungshilfen, die an Landes- oder Kreisstraßen liegen und wo der Kreis beziehungsweise das Straßenbauamt Hameln ein Wörtchen mitzureden - und teilweise auch zu finanzieren - haben, wenn eine Kommune dort etwas umgestalten will.

veröffentlicht am 12.11.2008 um 00:00 Uhr

Die neue Querungshilfe auf der L 450 am Ortseingang von Warber:

Für die Politik ist es trotz dieses Hintergrundes unv erständlich, dass seitens der Straßenbaubehörden des Landes Niedersachsen dennoch so hohe Maßstäbe angelegt werden, dass der Bau dieser Querungshilfen nicht günstiger zu bekommen ist. Nur wenn eine Verengung der Straße statt einer Mittelinsel durchgesetzt wird, könnten im Schnitt 3- bis 4000 Euro gespart werden. Dabei machen es derzeit die nordrhein-westfälischen Nachbarn vor, wie viel befahrene Straßen zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer beruhigt werden können: durch das Aufstellen blauer oder roter Pfosten samt ein paar weißer Linien auf dem Asphalt, die auf die bevorstehende Verengung der Straße hinweisen. Mit ein paar hundert Euro ist man in Westfalen dabei, hieß es jüngst im Bau- und Umweltausschuss. Warum könne Bückeburg nicht solche kostengünstigen Standards umsetzen? "Dürfen die Kommunen nicht", war die Antwort von Baubereichsleiter Karlheinz Soppe. Seitens des Landes gebe es genaue Vorstellungen, wie solche Querungshilfen oder Verengungen auszusehen hätten. Und an diese Standards würden sich die Behörden strikt halten, in diesem Fall das Straßenbauamt Hameln. Soppe: "Dort gibt es eindeutige Vorstellungen." Sicherheitsgründe hätten dort absoluten Vorrang, wie jüngst erst bei der Planung für die Querungshilfe an der Kreisstraße in Meinsen. "Wir haben es den Straßenbaubehörden oft genug gesagt, dass uns solche Lösungen zu teuer sind. Bisher ist nichts passiert." Eine Antwort, die den Politikern nicht gefällt. So erinnerte SPD-Ratsherr Wolfhard Müller daran, dass der Landkreis 2009 14 Millionen Euro einsparen müsse, aber dennoch an solchen Standards festhalte. Auch das Land stecke im gleichen Kostendilemma, pflichtete der SPD-Fraktionschef Bernd Insinger bei. Und will das Dilemma für Bückeburgnicht länger zulassen: "Wir müssen Land und Kreis bombardieren, dass wir preiswertere Lösungen haben wollen." FDP-Ratsherr Rüdiger Homeier regte sogar so etwas wie einen Aufstand aller Schaumburger Kommunen an: "Wir alle müssen massiv vorgehen, schließlich müssen wir alle mehr zahlen, nur weil das Land es so will." Dass die Querungshilfen etwas bringen - und sein müssen - ist unstrittig. So wird der Verkehr deutlich zum Langsamerfahren gezwungen, wie etwa an der Querungshilfe an der Petzer Straße im Ortsteil Petzen im Bereich des Netto-Marktes zu beobachten ist. Und auch die Querungshilfe in Meinsen im Bereich des Neubaugebietes "Zwischen den Wegen" muss gebaut werden, weil dort Schüler auf dem Weg zur Schulbushaltestelle die Kreisstraße überqueren müssen. Messungen des Bauamtes ergaben, dass dort viel zu schnell gefahren wird. Trotz geschlossener Ortschaft, wo ein Tempolimit von 50 Stundenkilometer gilt, waren 51 Prozent der 314 aus dem Ortsteilherausfahrenden Autofahrer mit 60 Stundenkilometer und mehr unterwegs. In den Ort hinein sind die Zahlen noch erschreckender. 56,6 Prozent waren schneller als 60 Stundenkilometer; 50 Autofahrer hatten noch mehr als 80 auf dem Tacho, acht waren sogar schneller als 90. Soppes Fazit: "Es muss etwas passieren." Ähnlich sieht es an der Kreisstraße 10 am Ortseingang von Bergdorf aus, wo ebenfalls viel zu schnell gefahren wird. Bis zu 20 Prozent der Autofahrer sind dort mit 70 Stundenkilometer und mehr unterwegs, wie eine Messung vor zwei Jahren ergab. Auch hier müssen Schüler auf dem Weg zum Bus die Straße überqueren. Abhilfe könnte im kommenden Jahr geschaffen werden. 50 000 Euro stehen für den Bau von Querungshilfen in der Stadt zur Verfügung. Bergdorf steht auf Platz eins der Prioritätenliste, die beiden Querungen an den Ortseingängen von Scheie auf Platz zwei. Ob Querungen oder Verengungen kommen, ist derzeit noch offen. Fakt ist jedenfalls, dass die Politiker um die kostengünstige Umsetzung kämpfen wollen. Am liebsten wie in NRW.



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