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Bodoturm bis auf Weiteres gesperrt

Stahlkoloss mit leichtem Schönheitsfehler

Breitenkamp (joa). In seiner einmaligen Stahl-Skelett-Bauweise ist er ohne Frage einer der vielen Höhepunkte für Wanderer auf dem viel besuchten Weserberglandweg: der „Bodoturm“ auf dem 412 Meter hohen Zimmertalskopf im Vogler bei Breitenkamp. Doch bereits seit dem Frühjahr ist der Aussichtsturm offiziell gesperrt. Korrosionsschäden an den Verschraubungen haben dazu geführt, dass die Bauwerksprüfer bei ihrer Inspektion des Bauwerks zunächst eine weitere Nutzung des Turmes ausgeschlossen haben. Der 20 Meter hohe Bodoturm musste deshalb vorübergehend geschlossen werden.

veröffentlicht am 14.08.2015 um 14:18 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:38 Uhr

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Nach Ansicht der Bauwerksprüfer sind an dem beliebten Aussichtsturm, der unter Höhenangst leidende Wanderer durch die Durchsichtigkeit seiner Laufflächen aus Gitterrosten an ihre Grenzen kommen lässt, alle Verschraubungen auszuwechseln. Die Haupttragelemente seien ansonsten in Ordnung, meinen die Gutachter. In Teilbereichen seien die Oberflächen aber mit einem Schutzbelag zu versehen. Besonders angegriffen sei hingegen die Aussichtsebene. Dort habe die Witterung dazu geführt, dass alle Geländer und Verbindungen erneuert werden müssten.

Eigentümer des derzeit gesperrten Stahlfachwerkturms auf dem Zimmertalskopf (benannt nach Ritter Bodo von Homburg, Oberherr der Stadt Bodenwerder im 12./13. Jahrhundert) ist der Verkehrsverein Bodenwerder-Kemnade. Der ließ den Bodoturm 1978 von der Werftunion GmbH & Co. Arminiuswerft Bodenwerder errichten, wobei die Statik vom Ingenieurbüro Peter Schierske in Hameln berechnet wurde. Der jetzige Bodoturm ist bereits der dritte Aussichtsturm auf dem Zimmertalskopf. Bereits von 1911 bis 1933 und von 1957 bis 1977 stand dort ein Aussichtsturm am Vogler-Kammweg.

Ob und wann der Bodoturm für Bodenwerder wieder eine touristische Attraktion im Vogler werden wird, hängt nach Angaben des Verkehrsvereinsvorsitzenden Joachim Lienig nicht zuletzt vom Erfolg des jüngsten Lichterfestes ab. Denn wenn sich das Mega-Event, das alljährlich in Regie des Verkehrsvereins veranstaltet wird, zum finanziellen Erfolg für den Verein erweisen sollte, stünden die Chancen gut für die Sanierung des maroden Turms, so der Vorsitzende und Stadtdirektor der Münchhausenstadt. Laut Geschäftsführer Uwe Dreyer lässt sich allerdings noch nicht sagen, ob unter dem Strich etwas für die Sanierung des Turms herausspringt. Die Endabrechnung für das Lichterfest 2015 stehe noch aus.

Rund 15 000 bis 20 000 Euro, so schätzt Lienig, werden die erforderlichen Schlosserarbeiten kosten, damit der Bodoturm wieder für den Publikumsverkehr freigegeben werden kann. Ein Förderantrag über Leader beim Amt für Landesentwicklung werde zwar gestellt, sobald voraussichtlich im September des Jahres die Förderrichtlinien vorlägen, kündigt Lienig an.

Die Gegenfinanzierung der Fördersumme, so der Vorsitzende, müsse jedoch der Eigentümer, sprich der Verkehrsverein wuppen. Dennoch ist Lienig zuversichtlich: „Wir hoffen, dass wir das noch in diesem Jahr erledigen können.“ Ob Wanderer, die über den Vogler-Kammweg zum Bodoturm kommen, noch in diesem Jahr wieder die herrliche Fernsicht über das Weserbergland genießen können, steht in den Sternen: Immerhin hat das Gutachten zur Bauwerksprüfung am Bodoturm zur Erneuerung der Verschraubungen geraten: „Der Austausch hat bei nahezu Windstille und ohne Schneelast stattzufinden.“



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