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Coppenbrügge will sich als erste Kommune an neuer GmbH beteiligen / Rat muss noch beschließen

Stadtwerke Weserbergland: Flecken macht mit

Coppenbrügge (hen). Coppenbrügge will sich als erste Gemeinde an der Stadtwerke Weserbergland GmbH beteiligen: „Mehr Service für die Bürger, attraktive Energiepreise und Klimaschutzprojekte sind geplant“, sagten gestern Abend Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka und Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln, bei einer Pressekonferenz im Coppenbrügger Rathaus.

veröffentlicht am 15.01.2009 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Stadtwerke

Wie berichtet, wollen die Stadtwerke Hameln und die Stadtwerke Rinteln die Stadtwerke Weserbergland gründen. Die Gründung selbst ist noch nicht vollzogen. Coppenbrügge wäre mit einer Beteiligung als kleinste und zugleich erste Kommune mit im Boot, hob Peschka hervor. Er sieht die Gründung als eine „strategische wichtige Entscheidung zur Stärkung des Fleckens und für eine zuverlässige und bürgernahe Energieversorgung“. Es sei beabsichtigt, verschiedene innovative Projekte anzupacken, um den Flecken im Bereich der CO2-Minimierung und der erneuerbaren Energien voranzubringen.

Kritik von

Helmut Zeddies

Coppenbrügge will als Gesellschafter mit zehn Prozent Beteiligung in der GmbH vertreten sein. Die notwendigen 50 000 Euro seien bereits in den Haushalt für 2009 eingeplant. Gestern Abend wurde der Etatentwurf erstmals im Finanzausschuss vorgestellt. Den endgültigen Beschluss muss der Rat in seiner Sitzung am 18. Februar fassen. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, FDP und SPD bekundeten bei der Pressekonferenz, dass sie hinter den Plänen stehen. Der Beschluss im Verwaltungsausschuss allerdings war zwar mehrheitlich, aber nicht einstimmig. Gegen den Beitritt gestimmt hat Helmut Zeddies, für den noch zu viele Fragen ungeklärt sind: „Es gibt Unternehmen, die Contracting-Modelle anbieten, ohne dass vorher eine Einlage eingebracht werden muss“, sagte er auf Anfrage. Außerdem seien 50 000 Euro für die Gemeinde „Geld, das wir nicht haben“, so der frühere FDP-Fraktionsvorsitzende. Nicht ohne Grund würden auch die anderen Gemeinden erst einmal abwartend reagieren.

Thorsten Kellner als CDU-Fraktionschef, Hartmut Greve für die SPD und Michael Huisgen als neuer FDP-Fraktionsvorsitzender bekräftigten, dass die politischen Gremien die Gründung der Stadtwerke Weserbergland als richtigen und notwendigen Schritt zur Sicherung und Stärkung der Kommune Coppenbrügge sehen. „Der Flecken macht den Anfang, und wir freuen uns, wenn weitere Kommunen den Stadtwerken Weserbergland beitreten“, sagte Greve. Er sehe Vorteile, die die Kommune habe, wenn sie künftig Miteigentümer eines Unternehmens sei, das vielleicht Con-tracting-Partner werde.

Susanne Treptow hob die Vorteile eines kommunalen Unternehmens hervor: „Bei uns steht die Gemeinwohlorientierung und nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund.“ Die Geschäftsführerin spricht von „Lokalisierung statt Globalisierung der örtlichen Energieversorgung. Insbesondere in der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise müssen wir uns vor Ort auf unsere Stärken konzentrieren und alle Chancen nutzen, um die Region voranzubringen. Gemeinsam sind wir stark und können mit den Stadtwerken Rinteln und dem Flecken Coppenbrügge viel erreichen.“ Als erster Schritt steht aber auch für die Stadtwerke Weserbergland die Kundenwerbung vor Ort.

Die wesentlichen Ziele der Stadtwerke Weserbergland sind die Umsetzung der Umwelt- und Klimaschutzziele der Bundesregierung sowie die gemeinsame Aufgabenerledigung mehrerer Kommunen und Stadtwerke, um Kosten zu sparen.

Als Beispiele wurden genannt:

Investitionen in regenerative Strom- und Wärmeerzeugung, um die Unabhängigkeit von den Energiekonzernen zu erhöhen.

Servicegesellschaft für die Gesellschafter Stadtwerke und Kommunen, beispielsweise bei Abrechnung, Regulierungsmanagement und Vertrieb.

Verkauf von Strom und Gas in den Städten und Gemeinden im Weserbergland außerhalb bestehender Stadtwerke-Netzgebiete.

Contracting-Projekte zwecks höherer Energieeffizienz und Verringerung von CO2-Ausstoß.

„Insbesondere jetzt werden durch die Konjunkturpakete massiv Fördergelder für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Hiervon wollen wir profitieren, Gelder beantragen und Projekte im Bereich energetische Sanierung umsetzen“, sagte Peschka.

Gemeinsame Sache nicht nur beim Strom: Hartmut Greve, Susanne Treptow, Thorsten Kellner, Michael Huisgen und Hans-Ulrich Peschka (v.li.) gestern bei der Pressekonferenz.

Foto: hen



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