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Hamelns Oberbürgermeisterin drängt es nicht in Klimaschutzagentur

Stadtwerke sollen ins Rennen um Klimaschutz

Hameln (ni). Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann drängt es zurzeit nicht in eine „Klimaschutzagentur Weserbergland“. Sie sehe keine Notwendigkeit, als Stadt Gesellschafter in einer noch zu gründenden GmbH zu werden. „Für diese Frage schicke ich die Stadtwerke ins Rennen“, sagt Lippmann.

veröffentlicht am 24.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Eine Agentur unter dem Dach der Weserbergland AG und ausgestattet mit drei von e.on bezahlten Mitarbeitern – von der Kreisverwaltung war das der Versuch, das Thema Klimaschutz in der Region zum Laufen zu bringen, ohne Startgeld und Siegerprämien zahlen zu müssen. Die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, auf die die Mehrheitsgruppe aus CDU, FDP und Grünen besteht, ist so preiswert nicht zu haben. Das Stammkapital von mindestens 25 000 Euro aufzubringen, wäre vermutlich nicht das Problem. Einen Geschäftsführer zu bezahlen und die Gesellschaft personell so auszustatten, dass die Beratungsleistungen tatsächlich neutral und nicht e.on-gefärbt ausfallen, dürfte schon teuerer werden. Doch wer zahlt und wie viel?

Der Energiekonzern e.on steht zu seinem Angebot, 800 000 Euro in Form von drei Mitarbeitern in die Klimaschutzagentur einzubringen – für zunächst drei Jahre. „Was passiert nach 2011?“ fragt sich Lippmann. Steigt e.on dann aus der Agentur aus? Die hier heimischen Stadtwerke Hameln, wenn sie denn Mitgesellschafter einer Klimaschutzagentur werden, „könnten sich dann jedenfalls nicht einfach verpieseln“, so Lippmann.

Die Stadt Hameln als Mutter und alleiniger Gesellschafter der Stadtwerke könnte ihrem Tochterunternehmen nahelegen, sich an einer gemeinnützigen Klimaschutz-GmbH zu beteiligen. Voraussetzung wäre ein Beschluss des Verwaltungsausschusses, den im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertretenen Ratsmitgliedern einen entsprechenden Auftrag mit auf den Weg zu geben. Die bilden in dem Gremium zwar die Mehrheit, seien aber verpflichtet, „sich zum Wohle der Stadtwerke zu verhalten“, so Lippmann. Ob eine Beteiligung an der Agentur tatsächlich zum Wohle der Stadtwerke ist und „worin der Mehrwert für das Unternehmen besteht“ – diese Frage zu beantworten, sei letztlich Sache der Geschäftsführung.

Die Stadt Hameln selbst sei auf Beratung durch eine Klimaschutzagentur Weserbergland nicht unbedingt angewiesen, sagt Lippmann. Nur weil in der Verwaltung schon „viel Kompetenz“ angesiedelt sei, sei es der Stadt überhaupt gelungen, so schnell Mittel aus dem Konjunkturpaket abrufen und in die energetische Sanierung städtischer Gebäude investieren zu können. Und mit der jetzt initiierten Entwicklung eines Klimaschutzkonzeptes sei Hameln anderen Kommunen ebenfalls schon einen Schritt voraus.



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