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Energierechnung nicht bezahlt: Biastochs leben seit Dienstag aus der Gießkanne / "Wild-West-Manieren"

Stadtwerke drehen Familie den Hahn ab

Obernkirchen (clb). Seit fünf Tagen sitzt Familie Biastoch komplett auf dem Trockenen. Für ihre drei Kinder muss Heike Biastoch mit Mineralwasser kochen, Hände und Haare wäscht sich die Familie mit aufgefangenem Regenwasser.

veröffentlicht am 10.03.2007 um 00:00 Uhr

Ein Leben wie im Wilden Westen: Seit fünf Tagen gibt es nur noch

Schockiert waren die Obernkirchener aus der Neumarktstraße, als am Dienstag weder Wasserhahn noch Toilettenspülung funktionierten. "Wir haben sofort bei den Stadtwerken angerufen und wollten wissen, was los ist", erklärt Dirk Biastoch. Die Stadtwerke hätten der fünfköpfigen Familie ihr Vorgehen damit begründet, dass alte Stromrechnungen noch nicht bezahlt wären. Zudem, so heißt es in einem Schreiben von Stromanbieter E.ON (stellvertretend für die Stadtwerke Schaumburg-Lippe), werde Energie aus der Zähleranlage der unteren Wohnung an die Familie weitergeleitet. Wenn bis zum 5. März die noch offene Forderung in Höhe von 3000,74 Euro gezahlt und anschließend ein Energielieferungsvertrag unterschrieben werde (der momentan nicht besteht), würde E.ON von einer Außerbetriebnahme der Energieanlage absehen. Auf diese Forderung ist die Familie nicht eingegangen. Weil die Stadtwerke nicht ins Haus gelangten, wurde statt der Stromlieferung die Wasserzufuhr unterbrochen. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass so drastisch vorgegangen wird", sagt Dirk Biastoch. "Es stimmt, dass meine Frau - die früher allein in dieser Wohnung gelebt hat - einige Stromrechnungen nicht bezahlt hat", räumt er ein und seine Frau ergänzt, dass das aber schon mindestens zwei Jahre her sei. Damals habe sie es sich nicht leisten können, und Ratenzahlung hätten die Stadtwerke abgelehnt. "Seitdem haben wir aber regelmäßig bezahlt und uns nichts zu Schulden kommen lassen", versichert Dirk Biastoch. Und die Behauptung der Stadtwerke, dass Strom aus der Anlage der unteren Wohnung an sie weitergeleitet werde, sei schlichtweg gelogen, fügt er hinzu. "Was wir nicht verstehen, ist die Tatsache, dass uns Wasser abgestellt wird, obwohl Stromrechnungen nicht bezahlt worden sind." Wären es die Wasserkosten gewesen, die nicht beglichen worden seien, wäre die Vorgehensweise ja noch nachvollziehbar. "Außerdem ist es nicht in Ordnung, dass unschuldige Personen, wie zum Beispiel unsere drei Kinder, auf diese Weise mit in den Fall hineingezogen werden", empört sich Biastoch. "Das sind ja ?Wild-West-Manieren' mit denen hier vorgegangen wird!" Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe wollen den Fall auf Anfrage nicht kommentieren: "Wir dürfen nicht, es ist ein schwebendes Verfahren", sagt Geschäftsführer Karl Schleef. Die Biastochs, die sich juristisch vertreten lassen, haben mittlerweile eine "einstweilige Verfügung" gegen die Stadtwerke beantragt.



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