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Dienstvereinbarung unterzeichnet

Stadtverwaltung: Leistung spielt jetzt eine Rolle

Stadthagen (jl). Bei der Bezahlung der 190 Mitarbeiter der Stadthäger Stadtverwaltung hat eine neue Ära begonnen: Erstmals spielt der Faktor Leistung eine -wenn auch nur kleine - Rolle. Nach längerer Vorbereitung haben die beiden Personalratsvertreter Martin Dietsch und Bruno Sudmeier sowie Bürgermeister Bernd Hellmann eine Dienstvereinbarung unterschrieben,die die Feinheiten regelt.

veröffentlicht am 18.02.2008 um 00:00 Uhr

Den Einstieg in die leistungsorientierte Bezahlung hat der 2006 abgeschlossene TarifvertragÖffentlicher Dienst (TVÖD) ermöglicht. Der Leistungsgedanke war darin nach den Anmerkungen von Hellmann und des städtischen Pressesprechers Fritz Wehling das Herzstück. Es soll helfen, die Dienstleistungen zu verbessern und die Motivation sowie Eigenverantwortung der Beschäftigten stärken. Die Leistungskomponente ist finanziell eine sehrüberschaubare Größe, die allerdings zusätzlich zum so genannten Tabellenentgelt gezahlt wird. Für die 190 Mitarbeiter der Stadtverwaltung stehen für dieses Jahr 40 000 Euro zur Verfügung. Das sind gemäß der TVÖD-Festlegung ein Prozent der im Vorjahr gezahlten Gehaltssumme aller Beschäftigten. Der Tarifvertrag sieht perspektivisch vor, dass die Verteilmasse auf bis zu acht Prozent steigen soll. Würden die 40 000 Euro wieder nach dem Gießkannenprinzip verteilt wie 2007, bedeutete das pro Kopf 290 Euro. Es geht also nicht "um ein 14. Monatsgehalt", wie es der Bürgermeister ausdrückte. Es geht aber nach den Worten der Personalratschefs von Rathaus (Dietsch) und Abwasserbetrieb (Sudmeier) um "etwas ganz Neues". Damit die 40 000 Euro am Ende dieses Jahres nach klaren, nachvollziehbaren und gerechten Kriterien unter den Mitarbeitern verteilt werden, haben sich etliche Leute im Rathaus im vergangenen Jahr schulen lassen. Mit diesem Wissen ist es jetzt möglich, dass Abteilungsleiter mit ihren Mitarbeitern so genannte Zielvereinbarungen treffen können, in denen für jeden individuell die Mehrleistung und das entsprechende Entgelt geregelt werden. Damit das System durchschaubar wird, sind sowohl Mitarbeiter als auch Führungspersonen geschult worden -und die Personalvertreter auch. Arbeiten unter Leistungskriterien geht laut Hellmann auch nur dort, wo mehr Leistung in einem festgelegten Zeitraum auch erbracht werden könne. Das wird laut der jetzt unterschriebenen Dienstvereinbarung für jeden Mitarbeiter für jedes Jahr neu geregelt -oder auch nicht. Denn die Teilnahme an dem "Leistungswettbewerb" ist freiwillig, wie Dietsch betonte. Er und sein Kollege Sudmeier zeigten sich ohne große Worte mit der Neuregelung einverstanden.



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