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Sperrminorität der Kommunen und Aussicht auf satte Dividenden: Politik beschließt bei nur zwei Enthaltungen

Stadtrat wird seine E.on-Beteiligung nicht verkaufen

Bückeburg (thm). Anteile behalten? Anteile verkaufen? Vor dieser Frage stand am Donnerstag der Stadtrat. Die Stadt besitzt nämlich Anteile am Energieunternehmen E.on Westfalen-Weser. Und die Frist, zu der die Stadt ihre Anteile zu einem vertraglich festgesetzten "Kurs" verkaufen kann, ist am gestrigen Freitag abgelaufen. Handlungsbedarf also - einhelliges Votum der Politiker: Nicht verkaufen, sondern behalten!

veröffentlicht am 01.07.2006 um 00:00 Uhr

Zwar beträgt der Anteil Bückeburgs am E.on-Eigenkapital gerade einmal 0,6 Prozent, wie Bürgermeister Reiner Brombach erläuterte. Dennoch sei jener Klacks eine "sehr werthaltige Anlage", die Jahr für Jahr als Dividende erhebliche Mengen Bares in die Stadtkasse spült. Warum also aussteigen? "Bis auf eine unerhebliche Ausnahme wollen alle anderen Kommunen auch dabei bleiben", schilderte Brombach weiter. Der Anteil aller kommunalen Anteilseigner an E.on betrage insgesamt rund 37 Prozent. Vor dem Hintergrund eines Beschlusses der kommunalen Anteilseigner, in Fragen der E.on-Geschäftspolitik stets mit einer Stimme zu entscheiden, könne man so auch deren "wesentliche Linien" mitbestimmen - sprich: Einfluss nehmen. Und da die gegenwärtige Unternehmensstrategie weiter auf Gewinne hoffen lasse, empfehle die Verwaltung, die E.on-Anteile zu behalten. "Wir wissen, wir verlassen jetzt den klaren Bereich", sagte Jürgen Harmening für die CDU/BfB-Gruppe. Aber klar sei auch: "Was wir dort erreichen können, liegt erheblich über dem, was wir sonst als Kredite aufnehmen müssen - und wir haben eine Sperrminorität." Seine Gruppe stimme daher für: Behalten. Das sah auch Bernd Insinger als Sprecher der SPD-geführten Ratsgruppe so: "Wir kennen das Risiko; wir kennen aber auch die Verzinsung - also tragen wir das mit." Bei Enthaltung der beiden BfB-Ratsherren stimmte der Rat dafür, die E.on-Anteile nicht zu verkaufen.

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