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Von Schöning neuer SMS-Chef

Stadtmarketing kritisiert Politik nach Eisbahn-Aus

Stadthagen (ssr). Der Stadtmarketing-Verein Stadthagen (SMS) hat eine neue Spitze. Nikolaus von Schöning (40) ist von der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er folgt Holger Schulz (53) nach, der das Amt aus familiären Gründen freigab. Während der Versammlung machte der Vorstand im Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate kräftig seinem Ärger über das "von Politik und Verwaltung zum Scheitern gebrachte Eisbahn-Projekt" Luft.

veröffentlicht am 23.06.2007 um 00:00 Uhr

"Eine sehr bittere Pille", sei die Sache mit der Eisbahn gewesen, bekannte der scheidende Vorsitzende Schulz in seinem Rechenschaftsbericht: "Der Stachel sitzt sehr tief." Der SMS sei "von der Politik aufgefordert worden, ein Konzept für die Eisbahn zu entwickeln". Rund 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit habe der SMS dafür investiert, berichtete Schulz, und ein "sehr gutes Konzept für eine Eisbahn auf dem Marktplatz vorgelegt". Dann sei dieses "von Politik und Verwaltung zum Scheitern gebracht" worden. Zu diesem Zeitpunkt, um Ostern herum, hatte es im siebenköpfigen SMS-Vorstand sogar ernsthafte Überlegungen gegeben, geschlossen zurückzutreten, verriet Schulz. Eine Eisbahn auf dem Marktplatz würde "eine enorme Aufwertung des Weihnachtsmarktes" darstellen, sagte Schulz weiter: "Mir fehlt im Moment der Glaube, ohne Eisbahn einen wirklich attraktiven Weihnachtsmarkt hinzubekommen." Auch das mobile, multifunktional einsetzbare Großdach wäre für die Stadt ein echter Gewinn gewesen, argumentierte der scheidende SMS-Chef. Abschließend warnte er mit Blick auf die marode Eisbahn am "Tropicana": "Es wäre eine Katastrophe, wenn Stadthagen bald gar keine Eisbahn mehr hätte." Vorstandsmitglied Carsten Bürgel bestätigte, die Arbeit für die Eisbahn habe über den erheblichen Zeitraum von fast zwei Jahren "einen Großteil unserer ehrenamtlichen Zeit aufgefressen". Die gesamten anderen Arbeitsfelder des SMS hätten in dieser Zeit zwangsläufig zurückgefahren werden müssen. Der SMS-Ehrenvorsitzende Wilhelm Söhlke rief dazu auf, sich durch dieses Kapitel nicht entmutigen zu lassen und Neues zu versuchen: "Durch so was muss man durch." Der neue Vorsitzende von Schöning griff das auf und sagte: "Wir ergehen uns nicht länger im Wundenlecken, sondern sind schon dabei, neue Pferde zu satteln." Ähnlich zukunftsgerichtet äußerte sich der Apotheker Henning Pusch, der einstimmig in die Riege der stellvertretenden SMS-Vorsitzenden gewählt wurde: "Wir haben schon wieder viele Ideen und Potenzial. Wir werden aus dem Motivationsloch herauskommen." Als ehrgeizigstes Projekt nannte von Schöning die für den Sommer 2008 geplante "Renaissance-Woche" mit einem umfangreichen, vielgestaltigen Programm. Namens der Stadt sicherte Hauptamtsleiter Fritz Wehling dem SMS mit Blick auf dieses Projekt "die volle Unterstützung der Stadt" zu. Im Rückblick auf die Eisbahn ließ Wehling die Bemerkung hören: "Ich kann Ihre Enttäuschung verstehen - es ist zu bedauern, dass Sie Ihr Ziel nicht erreicht haben." Schulz nannte es in seinem Rechenschaftsbericht eine richtige Entscheidung, nach dem Ausscheiden von Ex-Stadtmanager Marc-Oliver Rabe auf einen hauptamtliche Besetzung dieser Position verzichtet zu haben. Dadurch werde Geld für Projekte frei. "Das bewährt sich, bedeutet natürlich mehr ehrenamtliche Arbeit", zog Schulz eine Zwischenbilanz.



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