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Spitzenwert bei Kleinstädten / CIMA-Gutachten zum Einzelhandels-Standort wird heute vorgestellt

Stadthagen zieht in hohem Maß Kaufkraft an

Stadthagen (ssr). Um den Einzelhandel in Stadthagen ist es grundsätzlich gut bestellt - er zieht in auffallend hohem Maße Kaufkraft aus dem Umland an. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie "Einzelhandelskonzept für Stadthagen" der CIMA-Stadtmarketing GmbH. Die Expertise wird heute im Wirtschaftsausschuss des Rates um 17.30 Uhr im Rathaus erstmals öffentlich vorgestellt.

veröffentlicht am 21.02.2008 um 00:00 Uhr

Die CIMA-Gutachter bescheinigen Stadthagen, als guter Einzelhand

Das Gutachten enthält klare Empfehlungen: Der Einzelhandels-Standort Altstadt müsse konsequent gestärkt werden. Konkurrierende Nebenzentren in der Kernstadt sollten ausgeschlossen werden. Angebote am Stadtrand sollten sich auf wenige Stellen konzentrieren und strikt auf "nicht-zentrenrelevante Sortimente" beschränkt bleiben. Das Netz an Nahversorgern in Wohnvierteln könnte punktuell verbessert werden. Um die Bedeutung eines Einzelhandel-Standortes zu beschreiben, sprechen Experten von der "Handelszentralität": Angenommen, alle Einwohner einer Stadt - aber eben auch nur diese - würden ihren gesamten Konsumbedarf in ihrer Heimatstadt decken, ergäbe das statistisch eine "Handelszentralität" von 100 Prozent. In Stadthagen liegt diese laut CIMA-Berechnungen aber bei 160,1 Prozent - es wird also enormzusätzliche Kaufkraft aus dem Umland angezogen. Das ist im Vergleich niedersächsischer Kleinstädte ein Spitzenwert. Der ist so gut, dass ihn die CIMA-Gutachter nur für "sehr schwierig steigerbar" halten. Nun ist freilich nichts so gut, dass es nicht doch weiter verbessert werden könnte - zumal die Position wegen wachsender Konkurrenz ringsum nur bei gesteigerten Anstrengungen zu halten sein wird. Eine weitere Steigerung dürfte laut CIMA kaum durch "unspektakuläre Neuentwicklungen", wohl aber durch "regional bedeutsame" Ansiedlungsvorhaben oder durch ergänzende breitere Angebote in den Bereichen Dienstleistungen, Gastronomie, Tourismus oder Events erreichbar sein. Starkes Augenmerk haben die Gutachter auf die Altstadt als Standort für Einzelhandel gelegt. Hier befinden sich laut CIMA-Berechnungen 59,5 Prozent aller Stadthäger Geschäfte, es werden 35,3 Prozent des Umsatzes generiert, der Anteil an den gesamten Verkaufsflächen beträgt 28,6 Prozent. Letztere Ziffer halten die Experten durch effektives Flächenmanagement aufbis zu 35 Prozent steigerbar. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Expertise der Ratschlag, die Altstadt im Gesamtinteresse der Stadt als Schwerpunkt für den Einzelhandel zu stärken, wo es geht. Das heißt: Am Stadtrand sollten so genannte "zentren-relevante" Sortimente - also Artikel, die die Angebotspalette in der Altstadt prägen - nur in sehr eng gestecktem Umfang zugelassen werden. Hingegen käme die Ausweitung einiger weniger äußerer Standorte (Südliche Jahnstraße und Großes Klosterfeld) mit "nicht zentren-relevanten" Artikeln dem Handelsstandort Stadthagen insgesamt zugute. Des Weiteren fordern die Gutachter, die Bildung zusätzlicher altstadtnaher "Nebenzentren" - etwa auf dem Festplatz oder dem "Kuhlemann'schen Tonloch" - definitiv auszuschließen. Auch entlang der so genannten "Boulevards", also der Einfallstraßen, sollte das vermieden werden. Konsolidiert werden sollten hingegen die bestehenden kleinen Handelszentren an der Breslauer Straße und an der Bahnhofstraße. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Altstadt schlägt die CIMA-Expertise unter anderem eine städtebaulich angenehmere Anbindung von Hagemeyer an den Marktplatz, eine große Ansiedlung südlich der Marktpassage und ein effektives Leerstands-Management vor. Nicht zuletzt haben sich die Gutachter mit den Lebensmittelmärkten in den Ortsteilen und Wohnvierteln befasst. Ergebnis: Die Versorgungsquote ist insgesamt hoch, aber zu ungleich verteilt.



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