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Flüchtlingsheim am Fasanenweg wird geschlossen / Grund sind zurückgehende Bewerberzahlen

Stadthäger Familie muss ins Rintelner Asyl

Stadthagen (jcp). Das Stadthäger Flüchtlingsheim am Fasanenweg ist geschlossen worden. Das hat die Kreisverwaltung auf Anfrage bestätigt. Die hiesigen Bewohner werden in zwei Rintelner Heime umquartiert. Hintergrund sind zurückgegangene Asylbewerberzahlen.

veröffentlicht am 19.02.2008 um 00:00 Uhr

Stadthagen ist für seine Familie längst zur Heimat geworden, jet

Die Entscheidung, das Stadthäger Heim zu schließen, ist nach Darstellung des Landkreises eine Frage der Rationalisierung. Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises, sagte dazu: "Mitte 2007 waren in dem Heim am Fasanenweg nur noch 15 von 55 Plätzen belegt. Der Landkreis trägt die Unterbringungskosten für die Bewohner - und die steigen bei Unterbelegung pro Kopf." Warum es jetzt in Rinteln gleich zwei Heime und in Stadthagen keines mehr gibt, erklärt Heimann so: "Die Heime in Rinteln waren zum fraglichen Zeitpunkt zu fast 50 Prozent ausgelastet. Der Träger dort ist die Stadt, die Interesse an einer Weiterführung zeigte. In Stadthagen hatte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) einen formellen Betreuungsvertrag, machte in Gesprächen aber deutlich,dass sie zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen wolle. Also wurde das Stadthäger Heim geschlossen." "Wir haben dort Sozialarbeit geleistet und einen Hausmeister gestellt", bestätigte Awo-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske. "Das eigentlich auf Familien zugeschnittene Heim in Stadthagen zu erhalten, hätte bedeutet, dass hier demnächst Menschen unterschiedlichster Kulturen auf engstem Raum miteinander hätten auskommen müssen. Das lässt sich nicht mit den Grundsätzen der Awo vereinbaren, und so haben wir gesagt: Wir gehen da raus." Dass die Schließung des Stadthäger Heimes für manche der dort seit längerem lebenden Familien zwangsläufig gewisse Härten mit sich bringt, zeigt das Beispiel der Familie Said, wie von Familienvater Tahsin geschildert: In Stadthagen leben deren Verwandte und Bekannte; für die zwei hier geborenen Kinder ist Stadthagen längst zur Heimat geworden, in der sie integriert sind. Nun wird die Familie nach Rinteln umquartiert. Für Said hatten sich die Unbilden zwischenzeitlich noch dadurch verstärkt, dass er in der zukünftigen Rintelner Unterbringung seiner Familie eine Toilette und eine Küchenzeile in sehr heruntergekommenem Zustand antraf. Erschrocken wandte er sich an die Rechtsanwältin Selvi Arslan-Dolma, die diese Wahrnehmung teilte und mit der Stadt Rinteln Kontakt aufnahm. Der Erste Stadtrat der Stadt Rinteln, Jörg Schröder, erklärte dazu gestern in einer Stellungnahme, dass Said in einem der Heime in sanitäre Anlagen geschaut habe, die von Seiten der Stadt aus gar nicht für die Benutzung freigegeben seien. "Und die Küche", so Schröder, "da ist halt ein bisschen was angebrannt. Da muss man schon Abstriche machen, wenn man mit mehreren zusammen wohnt. Das kenne ich noch aus dem Studentenwohnheim." Said und seine Familie bekämen den Schlüssel für ein eigenes Badezimmer, wie bei Einzügen von Familien üblich.



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