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40 000 Euro für Chronik / "Herkulesaufgabe"

Stadtarchivar arbeitet die Geschichte auf

Bad Nenndorf. Seit einem halben Jahr ist Stadtarchivar Klaus Vohn-Fortagne, studierter Historiker und Volkskundler, dabei, Fotos, Postkarten, Akten oder Zeitungsausschnitte zu sammeln, zu sichten und zu ordnen. Noch in diesem Jahr möchte die Gemeinde ein erstes Heft zur Bad Nenndorfer Geschichte veröffentlichen.

veröffentlicht am 17.10.2007 um 00:00 Uhr

Das Archiv der Kurstadt gleicht eher einer Kammer. Unter dem Dach im Bad Nenndorfer Feuerwehrhaus hat Klaus Vohn-Fortagne nach anfänglich räumlichen Engpässen nun seinen festen Arbeitsplatz gefunden, etwas abseits vom Betrieb im Rathaus und ein wenig eingezwängt zwischen Regalen, die gefüllt sind mit Aktenordnern und Katasterbänden. So einiges hat sich angesammelt aus der Geschichte der Ortsteile und der Stadt, die 1929 aus Klein und Groß Nenndorf entstand. "Ein umfangreiches Archiv", hat der Historiker vorgefunden. Außer den Akten der Stadt sind auch schon die Zeitungen nach Jahrgängen geordnet und die Bilder nach Straßennamen. Ein "langes und schwieriges Unterfangen" prophezeit Vohn-Fortagne, der schon die Geschichte der Deister-Süntelbahn zu Papier brachte. 40 000 Euro hat der Rat der Stadt für die Chronik im Haushalt veranschlagt, allerdings dürfte es noch einige Jahre dauern, ehe die Politiker die Historie in gebundener Form vor sich haben. Eine "Herkulesaufgabe" liege vor Vohn-Fortagne, sagt Stadtdirektor Bernd Reese, der ebenfalls sehr interessiert ist an der Geschichte undüber eine große Sammlung von Postkarten verfügt. Er will schrittweise vorgehen. Ihm schweben in Absprache mit der Politik zum jetzigen Zeitpunkt eher Bausteine vor, die sich später zu einer Chronik zusammenfassen ließen. Denn der Wissenschaftler ist noch bei der Bestandsaufnahme und gerade dabei, die privaten Sammlungen von Erich-Otto Harms und der Familie Hirlinger aufzuarbeiten und einzupflegen. Allerdings wurde ein erstes Ergebnis seiner Mitarbeit bereits sichtbar. Die Stadt präsentierte zum Tag des offenen Denkmals den "Kurparkspaziergang in alten Ansichten". Zum Weihnachtsfest soll nun eine erste Broschüre erscheinen, die "lesbar und stark bebildert" einige Teilaspekte aufnimmt. Zum Inhalt sollen die Wahl 1933 gehören, Karl Thon und das Große Badehaus. Die Geschichte des Staatsbades ist laut Vohn-Fortagne "gut erforscht", allerdings habe er einige Daten berichtigen müssen. Von den Dörfern sei dagegen wenig bekannt. Sie wären nach Ansicht des Wissenschaftlers ohne das Bad auch aktenmäßig untergegangen. "Es hat den Ort geprägt", meint der Historiker. So gebe es auch in auswärtigen Archiven in Kassel, Marburg oder Bückeburg "stattliche Funde". Vohn-Fortagne: "Wir hatten hier einst eines der modernsten Bäder in Deutschland." Dank des damaligen Landwirtschaftsministers Viktor von Podbielski sei viel Geld nach Nenndorf geflossen. "Er wollte kuren wieein Kaiser." Gemeinsam mit dem Stadtdirektor will der bis zum September 2008 befristet angestellte Autor nun noch stärker die Öffentlichkeit einbinden.



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