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Rat eröffnet Chance auf Weiterbetrieb

Stadt springt für EWR-Defizit an St. Martini ein

Stadthagen (ssr). Im Stadthäger Rat ist die Grundlage für den Weiterbetrieb des St.- Martini-Standortes der Erlebniswelt Renaissance (EWR) geschaffen worden. Zumindest für das kommende halbe Jahr wird die Stadt das zu erwartende Defizit übernehmen. Und zwar in der Erwartung, dass es bis spätestesns Mitte 2008 ein neue regionale Dachorganisation und ein konkretes Umsetzungskonzept für St. Martini und sein Mausoleum gibt. Dass auf diesem Wege mit aller Kraft versucht werden soll, die touristische Vermarktung der Renaissance-Kulturgüter Stadthagens fortzusetzen, fand in allen Fraktionen uneingeschränkte Unterstützung.

veröffentlicht am 14.12.2007 um 00:00 Uhr

Noch bis zu ihrer Abwicklung Ende 2007übernimmt die EWR-Projektentwicklung GmbH Hameln wie bislang das Defizit des St.-Martini-Standortes. Dieses beläuft sich nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit auf rund 53 000 Euro jährlich. Die Einnahmen aus Führungen und E-Guider-Nutzung spielen etwa 10 000 Euro ein. Dem stehen aber deutlich höhere Ausgaben unter anderem für Personal, Raummiete, Energie sowie für die E-Guider-Wartung in Höhe von insgesamt 63 000 Euro entgegen. Mit dem Defizit wären der Förderverein Renaissance sowie die Martini-Kirchengemeinde als örtliche Betreiber laut EWR-Abwicklungsvereinbarung von Anfang 2008 an alleine gelassen. Zwar haben beide Einrichtungen ihre generelle Bereitschaft zur Fortführung des Standortbetriebes bekundet. Als Bedingung nennen sie aber die Übernahme des Defizits durch Dritte. Darüber hinaus halten sie es für wünschenswert, dass insbesondere das übergreifende Marketing sowie die technische Betreuung bei einer künftigen Dachorganisation angesiedelt werden. Konkret heißt das: Würde die Stadt nicht einspringen, würden die EWR-Tore in St. Martini - zumindest zunächst - geschlossen werden müssen. Ungeachtet der in Hameln verursachten Insolvenz der EWR-Dachorganisation laufe der Stadthäger Standort in der Sache gut, sagte Bürgermeister Bernd Hellmann: "Kontinuierlich steigende Besucherzahlen belegen unzweifelhaft das Interesse an dem einzigartigen Marmor- und Bronzegrabmal von Adrian de Vries." Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades "wird sicherlich noch durch das Adrian de Vries-Symposium in Stadthagen im April 2008 erreicht", fügte der Verwaltungschef hinzu. Für die Tagung seien namhafte Experten unter anderem aus Italien und den USA gewonnen worden, kündigte er an. Im Anschluss an das Symposium sei die Herausgabe eines Tagungsbandes vorgesehen, um einer noch breiteren Öffentlichkeit den hiesigen Kulturschatz vor Augen zu führen. Vor diesem Hintergrund, so der Bürgermeister mit offenkundiger Zustimmung aller Fraktionen, sei es sinnvoll, dem Renaissance-Projekt im künftigen Tourismus-Konzept der Kreisstadt erste Priorität einzuräumen. Dem Stichwort Tourismusförderung werde in den kommenden Jahren ohnehin eine gesteigerte Bedeutung zukommen. Dies werdevom Rat als auch vom "Leitbild"-Prozess so gewollt. Daher sei es für die Stadt nötig, bis Mitte 2008 zunächst einmal das Defizit zu übernehmen. Daran knüpft sich die klare Erwartung, dass bis dahin eine nachfolgende Dachorganisation mit einem umsetzungsfähigen Konzept auf die Beine gestellt worden ist. Im Ratsbeschluss heißt es deswegen unmissverständlich: "Eine über Mitte 2008 hinausgehende Zuschussgewährung erfolgt vorbehaltlich der weiteren Beschlussfassung durch den Rat."



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