weather-image
Auszeichnung für Chef der Obernkirchener Sandsteinbrüche / Enge Verbundenheit mit der Stadt

Stadt ehrt Klaus Köster mit Barbarossa-Nadel

Obernkirchen (sig). Die Idee ist einfach gut: Anlässlich des Barbarossa-Marktes zeichnet die Bergstadt eine Persönlichkeit aus, die sich um Obernkirchen besonders verdient gemacht hat. Dabei stehen die Förderung der heimischen Wirtschaft und des Marktwesens im Vordergrund. Im vergangenen Jahr war Hubert Holtmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Gelldorfer Möbelhauses, an der Reihe. Diesmal wurde Klaus Köster geehrt, Chef der Obernkirchener Sandsteinbrüche.

veröffentlicht am 04.11.2006 um 00:00 Uhr

Es bestand allerdings keine Chance, dem Auserwählten beim Markt die goldene Barbarossa-Nadel zu verleihen. Köster befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Geländefahrt in der Sandwüste von Namibia. Deshalb wurde die Ehrung am Donnerstagabend in kleinem Kreis nachgeholt. Mit dabei waren Mitglieder des Verwaltungsausschusses, der Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses, Heinrich Struckmeier, und der Schöpfer der Barbarossa-Nadel, Heinrich Knickrehm. Bürgermeister Horst Sassenberg leitete seine Laudatio mit der Feststellung ein: "Kaum ein Unternehmen ist so eng mit dem Namen und der Geschichte der Stadt verbunden wie die Obernkirchener Sandsteinbrüche." Das Engagement dieses Betriebes im öffentlichen Leben sei hier überaus augenfällig. Der Bürgermeister meinte damit im Besonderen die zahlreichen Skulpturen innerhalb der Stadt und in der sie umgebenden Landschaft. Nach Bückeburg möchte jetzt auch Stadthagen für einen Kreisverkehr eine solche Sandsteinskulptur erwerben. Sassenberg kam danach auf das alle drei Jahre stattfindende Internationale Bildhauersymposium zu sprechen, das ohne die materielle und logistische Unterstützung des heimischen Betriebes nicht stattfinden könnte. Die Künstler können sich den für ihr geplantes Kunstwerk erforderlichen Sandsteinblock selbst aussuchen, der dann auch auf dem Kirchplatz angeliefert wird. Auf diese Weise ist das Symposium eine herausragende kulturelle Veranstaltung geworden, die den Namen der Bergstadt weit hinaus trägt. Klaus Köster war es anzumerken, dass ihn das Lob und diese Anerkennung innerlich berührten. Einen Teil der ihm zugedachten Wertschätzung leitete er an seine Ehefrau Charlotte weiter, die im Finanzbereich verantwortungsvoll mitarbeitet. Köster unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements. Als Beispiele dafür nannte er den Golfplatz, das Sonnenbrinkbad, die Stadtbücherei und die Liethhalle. Und er ergänzte: "Wenn für die Arbeiten bei der Halle in irgendeiner Hinsicht Sandstein benötigt wird, kann man mich ansprechen." Zu dem von ihm seit vielen Jahren geleiteten Betrieb erklärte er: "Es ist in der heutigen Zeit nicht einfach, ein solches Unternehmen zu führen." Und er meinte damit auch die deutlich angewachsene Konkurrenz aus Polen und Tschechien, wo ganz andere Stundenlöhne gezahlt werden und wesentlich geringere Sicherheitsbedingungen vorgegeben sind. Die erste Blütephase nach der Maueröffnung hat zunächst auch für die Obernkirchener Sandsteinbrüche einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Unter anderem wurden für den Reichstag rund 7000 Quadratmeter des heimischen Baumaterials geliefert. In erster Linie war das Material für die Seitenwände des Plenarsaales und für den Treppenbereich bestimmt. Für ein Verwaltungsgebäude in Düsseldorf waren sogar 10 000 Quadratmeter nötig. Zu den weltweit bekanntesten Bauwerken aus Obernkirchener Sandstein gehört der Kölner Dom, aber auch in den Vereinigten Staaten kam das heimische Produkt dank seiner unbestrittenen Qualität bereits häufig zum Einsatz. Etwas verwundert nahm die Gesprächsrunde zur Kenntnis, dass der Obernkirchener Betrieb wieder drei Ausbildungsplätze für Steinmetze anbietet, dafür aber kaum geeigneten Berufsnachwuchs findet.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare