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... im Oberkrainer-Sound / "Extrasahnig" begeistert Sommerfest-Publikum / Orchestermusiker

Stadlmusikanten intonieren "Heavy Metal"...

Bückeburg. Die etwas gewöhnungsbedürftige Ankündigung, "alles, was an Melodien um die Welt ging und nicht auf die Alm gehört, jetzt erst recht auf den Gipfel von Oberkrain zu zerren", verspricht im seriösen Segment des etablierten Musikbetriebs ebenso wenig spontane Jubelstürme wie das großspurige Versprechen "Krainer kanns besser". Dass die "Kraini- sierung" bodenständiger Kompositionen aus den Bereichen Jazz, Rock und Pop dennoch einem exquisiten Vergnügen gleichkommen kann, hat die Formation "Extra- sahnig" im Rahmen des Sommerfestes der Schaumburger Märchensänger vor Augen und Ohren gefü hrt.

veröffentlicht am 01.07.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Herbert Busch

Das Sextett Florian Himpel (Klarinette), Michael Meyer (Trompete), Dietmar Oelkers (Bassposaune), Matthias Romanus (Gitarre/Flöte), Laszlo Gulyas (Akkordeon) und Naomi Weddle (Gesang) wandelt, daran lässt die Vorhersage keinen Zweifel, auf den Spuren der von Slavko Avsenik gegründeten und schweineerfolgreichen (mehr als 35 Millionen verkaufte Tonträger) "Original Oberkrainer". Dessen ungeachtet fragt sich der unvoreingenommene Zuhörer zunächst, ob die Truppe überhaupt über eine Lizenz zum Tröten verfügt, allzu rumpeltönig rauschen die ersten Takte daher. Aber während der zugängliche Teil des Auditoriums oben noch mit dem Kopf schüttelt, erwischt er sich unten schon beim Fußwippen. Der Sound geht in die Socken. Gleichwohl verharrt die Gesamtkonstellation eine geraume Zeit lang im Surrealen. Agieren hier am Ende doch schlitzohrige Amateur-Knödelpresser, deren Fähigkeiten sich im guten Willen erschöpfen? Was soll man davon halten, wenn - Obacht! - eine aus Japan stammende Opernsängerin mit schottischem Nachnamen ins Dirndl steigt, die Stadlmusikanten sich im "Heavy Metal", einer schamlos unoriginellen Kunstform, tummeln und allesamt Eddy van Halens "Jump" zu Gehör bringen? Spätestens bei der Transposition von Madonnas "Like a Virgin" - "Madonna" ist, zur Erläuterung für unsere älteren Leser, eine Interpretin, die ihre Erfolge aus einem ins Ehrgeizmeer geschütteten Fingerhut voller Talent schöpft - in den Avsenikschen Tonfall erübrigen sich alle Fragen. Bei "Sex Bomb" von Tom Jones - für unsere jüngere Leserschaft: Ein "Tiger" genannter Großvater mit rauchiger Keuchstimme und herausgekämmtem Brusthaar, der wohl vier Jahrzehnte lang weibliches Publikum fortgeschrittenen Alters zum Leibwäsche-Wurf animierte - gibt es dann kein Halten mehr. "Extrasahnig" funktioniert nach dem Spaßprinzip. Die fünf Burschen und das japanische Mädel sind allesamt gestandene Profimusiker der Orchesterbranche. "Mit uns ist ein wenig der Bierernst durchgegangen", erläutern sie ihre zum Teil waghalsigen Arrangements in dieser Form noch nicht gehörter musikalischer Dauerbrenner. Die Band: "Wir spielen zünftige Unterhaltungsmusik mit Nie-Wo".



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