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Sonderausstellung im Museum Eulenburg: Auch Staatsgeschenke müssen nicht unbedingt gefallen / Andrang bei Eröffnung

"Staatsbesuch" - hier kommt jeder auf den roten Teppich

Rinteln (ur). Bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Staatsbesuch" im Museum Eulenburg herrschte ein Andrang, als ob tatsächlich die Königin von England oder irgendein anderes der Staatsoberhäupter zu erwarten gewesen wäre, die in dieser Sonderschau mit ihren Gastgeschenken an den Bundespräsidenten vertreten sind.

veröffentlicht am 15.05.2007 um 00:00 Uhr

Einmal auf dem roten Teppich... - der Soziologe Lars Steinmann e

Oder war es am Ende nur der Wunsch, auch malüber den roten Teppich zu schreiten? Immerhin war dieses aus zahlreichen Fernsehberichten bekannte, höchst strapazierfähige gute Stück aus Sisal zumindest mit einigen Metern tatsächlich verlegt worden, und schon von weitem grüßten diverse Flaggen über dem Eingang und verbreiteteten so ein zeremonielles Flair. Das präsidiale Element mussten Ortsbürgermeister Ulrich Goebel und Vize-Bürgermeisterin Nina Weißer ersetzen - und zumindest Goebel ließ durchaus durchblicken, dass er nichts dagegen gehabt hätte, wenn er die Ehren-Parade der aufmarschierenden Bundeswehr abgenommen hätte auf dem dafür vorgesehenen Podest, das ebenfalls "ganz in echt" in der Ausstellung vertreten war. Museumsleiter Dr. Stefan Meyer und der Soziologe Lars Steinmann, die gemeinsam an der Erarbeitung dieser Ausstellung tätig waren, erläuterten das Wesen von Staatsbesuch und Staatsgeschenk für die internationale Politik und machten deutlich, dass es dabei weder um den materiellen Wert noch um die künstlerische Bedeutung geht, sondern um Symbolik - weshalb denn auch diese Geschenke nicht dem jeweiligen Bundespräsidenten persönlich übereignet werden, sondern Teil des Bundesvermögens sind. Wie kennzeichnend diese Präsente gerade in ihrer überpersonellen Bedeutung sind, erschließt sich in den Exponaten sehr deutlich: Neben kunsthandwerklich bedeutsamen Stücken findet sich da allerdings auch so mancher Staubfänger als geschenkter Gaul, dem man nun wirklich nicht näher ins Maul schauen möchte. Ein Filmüber den Anlauf eines Staatsbesuchs wird parallel zur Ausstellung gezeigt und von Zeit zu Zeit erklingen auch Nationalhymnen unterschiedlicher Länder aus dem Lautsprecher, so dass der Besucher sich wirklich wie ein Ehrengast vorkommen kann - wozu bei der Eröffnung auch ein kaltes Buffet beitrug,das von Mitgliedern des Heimatbundes zusammengestellt worden war. Man musste allerdings rustikal mit oder ohne Serviette zugreifen - denn die festliche Tischeindeckung mit Geschirr der Königlichen Porzellanmanufaktur im Obergeschoss blieb verständlicherweise tabu...



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