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Dubiose Anfrage an Rodenberger Ratsherr

Staatsanwalt prüft im Fall Professor Kupfer

Rodenberg (rwe). Der falsche Professor beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Bückeburg. Dort liegt mittlerweile die Anzeige des Rodenberger Ratsherrn Volker Dahle vor. Dieser lässt prüfen, ob die unter dem Decknamen Siegfried Kupfer gemachte Anfrage eines selbst ernannten Wirtschaftsprüfers einen Straftatbestand erfüllt. Dieser hatte den CDU-Politiker per E-Mail aufgefordert, ihm vertrauliche Informationen aus dem Rathaus zu überlassen.

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

Nimmt die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Fährte auf und lässt den dubiosen Professor auffliegen? Diese Frage könnte auch den unbekannten Absender nervös machen, der sich als pensionierter Wirtschaftsprüfer ausgab und den CDU-Ratsherrn Volker Dahle um interne Daten für eigene Korruptionsermittlungen bat. Hintergrund warder öffentliche Vorwurf der ehemals in Rodenberg ansässigen Firma Geldbach, die Stadt habe ihren Mitbewerber Euroflansch bevorteilt. Die Anfrage erregte aber Dahles Misstrauen. So räumte der Fragesteller wenig später ein, sich ein Pseudonym zugelegt zu haben. Demnach operiert er unter siegfried-kupfer@web.de auch mit einer gezinkten Adresse. Seine wahre Identität hielt er geheim. Wer hinter dem Absender steckt, darüber schweigt sich auch der Internetanbieter web.de aus. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfe das Unternehmen den Namen nur den Ordnungsbehörden wie Zoll, Polizei oder Staatsanwaltschaft nennen, sagt Pressesprecher Michael d'Aguiar. Hinter jeder web.de-Adresse sei die Identität des Benutzers hinterlegt. Ob diese stimme, wird aber nicht mehr überprüft. Missbrauch von Internetadressen komme immer wieder vor, räumt d'Aguiar ein. Wenn sich Empfänger belästigt fühlten, prüfe das Unternehmen die Beschwerde und sperre die Adresse, sollte der Nutzer gegen die Geschäftsbedingungen verstoßen haben. Mittlerweile gebe es sogar ein eigenes Team, dass sich nur mit Anfragen von Behörden beschäftige. Eine davon könnte aus Bückeburg kommen. "Wir sind befasst mit der Sache", sagt Klaus-Jochen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ob die Behörde aber in der Anzeige gegen den falschen Professor groß einsteige und weiter ermittle, konnte Schmidt gestern noch nicht sagen. Ratsherr Dahle hofft jedenfalls darauf, dass auf diesem Weg der Name des Hintermannes ans Licht kommt.

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