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14 führende Strafverfolger beraten in Bückeburg / Mehr Zusammenarbeit und bessere Ausbildung angestrebt

Staatsanwälte wollen "Qualität gemeinsam gestalten"

Bückeburg (wer). Die Spitzen der niedersächsischen Staatsanwaltschaft haben in Bückeburg getagt: Drei Generalstaatsanwälte und elf Leitende Oberstaatsanwälte diskutierten gestern in den neuen Räumen der "Orangerie" über den Start einer Qualitätsoffensive, mit der ein hohes Ermittlungsniveau auch bei knapper Personalbesetzung gesichert werden soll.

veröffentlicht am 07.02.2007 um 00:00 Uhr

Der Bückeburger Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer (2.

Die Konferenz nahm den Faden auf, den Anfang November der Niedersächsische Staatsanwaltstag entsponnen hatte: Von den rund 460 Staatsanwälten des Landes hatten sich 427 in Hannover getroffen und unter dem Leitthema "Qualität gemeinsam gestalten" eine Fortbildungsoffensive ins Leben gerufen. Der Hintergrund: Mit weiterhin knappen personellen Ressourcen müssen die Staatsanwälte sicher auf zunehmend komplexen Ermittlungsfeldern navigieren, müssen in der Internet-Kriminaliät ebenso bewandert sein wie im international organisierten Verbrechen, der Geldwäsche oder Kinderpornographie. Expertenwissen ist gefragt, das kleine Staatsanwaltschaften fürsich genommen nur bedingt aufbringen können. Seit 1990 habe sich allein die Zahl der Verfahren pro Kopf um mehr als 50 Prozent erhöht, bilanziert Oberstaatsanwalt Bodo Becker aus Bückeburg. Neben den "normalen" Ermittlungen muss der Dezernatsleiter auch Spezialfälle wie medizinische Kunstfehler-Verfahren oder Rechtshilfegesuche an das Ausland bearbeiten. Auf dem Staatsanwaltstag, den Becker mitorganisiert hat und der bundesweit ein Novum darstellt, sei deutlich geworden, dass die "vielfältigen Aufgaben des Rechtsgüter- und Opferschutzes ohne Qualitätsverlust mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr lange zu gewährleisten sind". Deshalb haben die Staatsanwälte selbst die Initiative ergriffen: In 43 Arbeitskreisen wurden Lösungsvorschläge erarbeitet, die jetzt in die Praxis umgesetzt werden sollen. Zu den zehn wichtigsten Zukunftsthemen gehören die Aus- und Fortbildung, der Wissensstransfer auch untereinander und die Zusammenarbeit mit Dritten. Für Assessoren zum Beispiel sollen Fortbildungen in unterschiedlichen Disziplinen zum Pflichtprogramm werden. Das Land indes müsste die Initiative der Staatsanwälte in diesen Fällen nicht nur verbal honorieren, wie es Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann bereits getan hat, sondern auch finanziell unterstützen.

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