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Kirche erhält sanierte Glocken pünktlich zurück / Arbeiten am Turm liegen in den letzten Zügen

St. Jürgen ist wieder „bei Stimme“

Heuerßen (gus). Die Kirche St. Jürgen in Heuerßen ist wieder „bei Stimme“. Die drei Kirchenglocken sind in dieser Woche runderneuert wieder an ihre Wirkungsstätte zurückgekehrt.

veröffentlicht am 21.04.2011 um 00:00 Uhr

Die im Herbst 2010 abmontierten Glocken sind aber nicht das Einzige, was am Gotteshaus erneuert worden ist. Auch das Kirchturmdach wurde und wird saniert. Dies war im Übrigen der Grund, warum die Glocken jetzt „unters Messer“ kamen.

Da die Dachbalken zum Teil morsch und zu trocken waren, wie Pastor Rainer Diekmann erklärte, sollte eine gründliche Sanierung des Dachstuhls vorgenommen werden. 50 Prozent der Konstruktion wurden ausgetauscht.

Weil die beiden von der Schaumburg-lippischen Landeskirche mit der Planung beauftragten Architekten feststellten, dass auch die Klangwerkzeuge im Turm eine Sanierung vertragen konnten, entschied man sich, die günstige Gelegenheit zu nutzen. Denn das Dach musste ohnehin abgedeckt werden. Das Paradebeispiel eines Synergieeffekts. Die Arbeiten am Gebälk und an den Ziegeln schritten nach dem Abtransport der Glocken weiter voran. Die Zimmerleute, Gerüstbauer, Dachdecker, Kunsttischler und sonstige Mitwirkende haben nach Worten Diekmanns einen ebenso guten Job gemacht wie die beiden Architekten.

G roßes Bild: Per Kran wird die größte der drei Glocken zurück an ihren Bestimmungsort bugsiert. Kleines Bild: Die Zimmerleute sägen einen Dachbalken für die Nordseite zu. Fotos: gus, Bie lefeld

Vor Ort sägten die Handwerker Balken zu und glichen Dachplatten an. Diese bestehen übrigens aus Solling-Sandstein. Großenteils verwendeten die Arbeiter die zuvor abgetragenen Ziegel wieder, aber es kamen auch welche zum Einsatz, die zuvor an der Jetenburger Kirche in Bückeburg abmontiert worden waren. Wie es der Zufall will, war dies einst Diekmanns Kirche.

Auch wenn die günstigen Umstände zur Kostenersparnis beitrugen, mussten die Beteiligten tief in die Tasche greifen. 20 000 Euro kostete allein die Reparatur der Glocken. 15 000 Euro schießt die Landeskirche hinzu. Weitere 56 000 Euro schlagen für die Turmsanierung zu Buche. Davon übernimmt die Landeskirche 50 Prozent.

Diekmann ist heilfroh über die großzügige Unterstützung der Landeskirche. Damit St. Jürgen den Rest schultern kann, ohne den neu verkupferten Hahn auf der Kirchturmspitze verhökern zu müssen, sind Spenden nötig. Zusätzlich zu zahlreichen Gaben von Privatleuten ist nun auch ein Scheck über 600 Euro aus dem Erlös des Büchertischs der Kirchengemeinde überreicht worden. 500 Euro spendete zudem die Sparkasse.

Noch sind die Baugerüste nicht verschwunden, schließlich muss die Nordseite des Turms noch eingedeckt werden. Doch spätestens die Paare, die im Mai in St. Jürgen heiraten, können laut Diekmann sicher sein, dass die Hochzeitsfotos keine Gerüststangen mehr „zieren“.



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