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Turm und Sockel der Golmbacher Kirche werden saniert / Bauherr und Ingenieur sind zufrieden

St. Gangolf bekommt einen neuen Helm

Golmbach (rei). Der achteckige Turm und der Sockel der evangelischen Kirche in Golmbach werden zurzeit aufwendig saniert. 240 000 Euro lässt sich die Landeskirche die Maßnahme kosten. Bis Anfang November sollen die Arbeiten dauern, dann ist das Dach des Turmes erneuert, sind die Gauben vor dem Verfall gerettet und hat der feuchte Sockel einen neuen Anstrich bekommen.

veröffentlicht am 15.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

Dachdecker sanieren derzeit das Dach der Kirche.
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Die Kirche trägt den Namen eines burgundischen Ritters aus dem 8. Jahrhundert, der in der katholischen Kirche als Heiliger und Märtyrer verehrt wird: St. Gangolf. Und wie es sich für einen Ritter gehört, hat auch die Kirche einen besonders stattlichen Helm: Den achteckigen Turm mit dem für diese Region typischen Sandsteindach, der durch seine vier Gauben einen besonderen Charakter bekommt.

Erbaut Ende des 16. Jahrhunderts, steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Und natürlich hat auch hier der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen. Deutlich sichtbar war das für alle Kirchgänger am abblätternden Außenanstrich. Der vor etlichen Jahrzehnten aufgetragene Zementputz zog Feuchtigkeit aus dem Boden. Jetzt wird ringsum bis auf eine Höhe von drei Metern ein neuer Putz aufgetragen und die Kirche neu gestrichen.

Von außen nicht so deutlich erkennbar waren die Schäden am Turm. Unter dem längst nicht mehr ganz dichten Dach waren Balken morsch, gesprungene oder nicht mehr ausreichend befestigte Sandsteinplatten drohten herabzustürzen. Eine Rettungsmaßnahme war dringend notwendig. Im August wurde das Gerüst aufgestellt und Dachdecker aus Negenborn begannen damit, die Sandsteinplatten abzutragen. Ganz sorgfältig mussten sie dabei vorgehen, denn die Steine sollten möglichst wiederverwendet werden. Nach Größen sortiert, wurde jede Platte unter die Lupe genommen und eventuell neu behauen. Was nicht mehr zu gebrauchen war, musste ersetzt werden – mit alten Sandsteinplatten, die beim Abriss alter Gebäude gerettet wurden.

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Bevor die Platten wieder auf das Turmdach gesetzt werden konnten, wurde auch die Lattung darunter erneuert. Und eine Zimmerei aus Höxter restaurierte die zum Teil schadhaften Balken des Dachstuhls. Inzwischen sind fast alle acht Seiten des Turmes wieder neu eingedeckt. Zur Befestigung wurden acht Millimeter lange Kupfernägel verwendet. Die alten, unterschiedlich langen Nägel waren noch von Hand geschmiedet. Und damit das Dach dicht ist und auch lange bleibt, wurden die Steine noch mit einem speziellen Muschelkalk verstrichen. Reh- oder Wildschweinhaare sind darunter gemischt, um ein Reißen zu verhindern. Bauherr ist die evangelische Kirchengemeinde. Finanziert aber wird alles komplett von der Landeskirche. Diplomingenieur Christian Skibbe vom Amt für Bau- und Kunstpflege in Hannover betreut die Baustelle und ist mit den Arbeiten sehr zufrieden. Er schätzt, dass der Turm bis Ende Oktober fertig ist. Danach wird der Außenputz angebracht, dann dürfte es Anfang November sein.

Diese Nägel werden durch neue ersetzt.



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