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Historischer Ortsspaziergang durch Uchtdorf wird vorgestellt / Dörfer und Kulturgüter neu entdecken

Spurensucher kümmern sich um kleine Schätze

Uchtdorf/Landkreis (who). "Spurensuche" heißt die bundesweite Idee in Verbindung mit der gleichnamigen Aktion, die besonders die historische Bedeutung der kleinen Dinge in den Dörfern sichtbar machen und ins Bewusstsein der Menschen rücken möchte. Was das heißt, haben Mitglieder der Schaumburger Spurensucher am Donnerstag in Uchtdorf am praktischen Beispiel vorgestellt.

veröffentlicht am 23.10.2006 um 00:00 Uhr

Eingespielte Spurensucher: Dr. Friederike Kästing (r.), Wolfhard

Dr. Karl-Heinz Oelkert aus Hiddenserborn im Nordkreis ist der Koordinator von zurzeit rund 40 Spurensuchern, die im Jahr 2000 ihre Arbeit aufgenommen haben. Er erklärt: "Wir kümmern uns um die kleinen Kulturgüter der Menschen. Weil diese aber in der Regel flächendeckend auftreten, werden sie meist übersehen." Bauernhäuser, Arbeiterkotten oder ganze Hofensembles gehören ebenso dazu sowie Friedhöfe oder andere öffentliche Einrichtungen der Dörfer. "Und es können zum Beispiel auch Findlinge in der Landschaft sein, die man liegen lassen sollte und nicht etwa mit nach Hause nehmen, weil man meint, sie passtenbesser in den eigenen Garten." Die Spurensucher hätten sich deshalb drei Schwerpunkt-Aufgaben gesetzt, erklärt Dr. Karl-Heinz Oelkert weiter. "Die eine ist die Bestandsaufnahme von Kulturgütern für die spätere Erfassung in der Datenbank des Landkreises. Die andere richtet sich darauf, das Bewusstsein über die kleinen Kulturgüter in den Köpfen der Leute zu festigen durch die plakative Darstellung. Als Drittes müssen Kulturgüter als Wirtschaftsgut erkannt werden." Die Bayern zum Beispiel wüssten das, für die Überliefertes nicht selten wertvolles Kapital im Bereich Tourismus sei. Der Ort, an dem Oelkert und seine Ehefrau Ute zusammen mit Dr. Friederike Kästing und Wolfhard Link als Spurensucher aus Uchtdorf das jüngste Ergebnis ihrer Arbeit vorstellen, ist das "Kriegerdenkmal" an der Wennenkämper Straße. Der eingefriedete Platz unter Eichen mit den beiden Denkmälern für die Gefallenen der großen Kriege seit 1870 gehört selbst zum "Historischen Ortsspaziergang Uchtdorf". "Für die Uchtdorfer selber ist das hier ein ganz wichtiger Bezugs- und Treffpunkt", erläutert Dr. Friederike Kästing. Das Kriegerdenkmal ist die 18. von insgesamt 21 Stationen auf dem "Historischen Ortsspaziergang Uchtdorf". Wer sich auf Entdeckungstour begeben will, bekommt dafür das neue vierfarbige Poster mit Abbildungen der Sehenswürdigkeiten und einem erklärenden Beiblatt zur Verfügung gestellt. Alte Kartenansichten und eine aktuelle Luftaufnahme zeigen darauf die Topografie des Ortes. Kurze Texte erläutern die Stationen. Station Nummer eins ist die Hochfläche Hilgenplatz an der Gabelung der alten Kasseler Poststraße und der jüngeren Extertalstraße. Dort hat einmal der Siedlungskern des alten "Uptorpe" oder auch "Uttorpe" gelegen, der durch erste urkundliche Hinweise aus dem 14. Jahrhundert belegt wird. Im weiteren Verlauf der Strecke reihen sich die Höfe der "Bauernecke", die alte Exterbrücke, die ehemaligen Schulgebäude, der Friedhof und reizvolle landschaftliche Details auf. "Wie bei allen anderen Ortsspaziergängen geht es darum, dass die Dorfbewohner selbst ihr Dorf entdecken, Besucher zum Spaziergang animiert werden", betont Dr. Oelkert. "Uchtdorf ist ein Wald- und Flussdorf", beschreibt Dr. Friederike Kästing den Charakter ihres Wahlheimatortes. "Aber viele Leute unterschätzen die Historie von Uchtdorf und für denjenigen, der nur so drüber hinwegschaut, ist die Geschichte irgendwann plötzlich abgebrochen", hat sie festgestellt. Kontakt: Für Erstbegegnung oder Wiederentdeckung können Spaziergänger auf ihrer Tour durch Uchtdorf ein Poster mit Fotos von Sehenswürdigkeiten des Ortes sowie ein DIN A4-Faltblatt dazu mit Informationen bekommen bei Dr. Friederike Kästing, Schwarzer Brink 4, 31737 Rinteln, Ortsteil Uchtdorf, Telefon (05751) 41150. Preis: 3,50 Euro.

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