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Nach Mord in Groß Berkel – Verdächtiger hat bislang kein Geständnis abgelegt / Motiv unbekannt

Spürhunde suchen Tatwaffe

Groß Berkel. Auch zwei Tage nach dem Mord an einem 75 Jahre alten Senior aus Hannover hat die Polizei das Zweifamilienhaus an der Hamelner Straße in Groß Berkel weiträumig mit Flatterband abgesperrt. Sogar der Weg über die Hummebrücke darf nicht betreten werden. Ein halbes Dutzend – meist zivile – Streifenwagen stehen vor dem Gebäude, in dem am Samstagnachmittag die Leiche gefunden wurde. Das Motiv der Gewalttat ist nach wie vor unbekannt.

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der 51 Jahre alte Hausbewohner, der seit Sonntagabend in Untersuchungshaft sitzt, hat sich zwar geäußert. „Die Vernehmung war aber nicht so ergiebig, dass man von einer geständigen Einlassung sprechen kann“, sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker im Gespräch mit der Dewezet. Die Mordkommission „Humme“ trägt derzeit Indizien und Beweise zusammen. Sie versucht, Licht in das Dunkel zu bringen, denn derzeit weiß niemand, was sich am Nachmittag des 9. Januar in dem Haus an der Durchfahrtstraße abgespielt hat. Der Rentner, der das Paar besucht hatte, ist nach Erkenntnissen der Gerichtsmediziner „durch massive Gewalteinwirkung auf den Körper“ gestorben. Die Verletzungen müssen gleich auf Mord oder Totschlag hingedeutet haben, denn: Schon wenige Stunden nach der Tat sprach der Leiter der Mordkommission, Frank Beißner, von einem Tötungsdelikt.

Die Anruferin, die um 16.22 Uhr einen Rettungswagen angefordert hatte, hat lediglich gesagt, jemand sei gestürzt und blute stark. Wusste sie es nicht besser? Oder hat sie bewusst gelogen, um ein Verbrechen zu vertuschen? Die Lebensgefährtin (54) des mutmaßlichen Täters war zunächst vorläufig festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Frau von Polizisten und von einem Richter vernommen worden. Danach hieß es: „Der anfängliche Tatverdacht hat sich nicht bestätigt.“

Mord-Ermittler und Kriminaltechniker haben gestern den ganzen Tag über das Haus und ein daran angebautes Gebäude, in dem sich früher einmal eine Gaststätte befand, durchsucht. Am Nachmittag rückte die Feuerwehr Groß Berkel an. Auf Bitten der Polizei knackten die Helfer ein Türschloss. Die Mordkommission, die gestern von Kräften einer sogenannten Verfügungseinheit unterstützt wurde, setzte auch Spürhunde ein. Offenbar wurde die Tatwaffe aber bis Redaktionsschluss nicht gefunden.

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Mit Informationen halten sich die Behörden sehr zurück. Die Polizei darf nichts sagen. Auskünfte erteilt ausschließlich die Staatsanwaltschaft. Man wolle kein Täterwissen verraten, heißt es. „Es wird mit Hochdruck ermittelt“, sagt die Staatsanwältin. Vielleicht könne man in der kommenden Woche mehr sagen. Zunächst müssten Hintergründe aufgehellt werden. Die Frage, um die sich alles dreht, lautet: „Was ist geschehen, dass eine Situation dermaßen außer Kontrolle geraten konnte?“

Spurensuche in Groß Berkel: Die Mordkommission „Humme“ hat gestern Spürhunde eingesetzt. Das Wohnhaus, in dem die Leiche gefunden wurde, und eine ehemalige Gaststätte (kleines Bild) sind stundenlang durchsucht worden. Die Feuerwehr fuhr zum Tatort, um ein Türschloss zu knacken. ube

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