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Vorsitzender des Bezirksausschusses gibt dem Betrieb Dyna Energetics im Berg keine Chance

Sprengungen: "Der Spuk ist bald vorbei"

Kleinenbremen (ly). Zündstoff zum Jahresbeginn: Nach ersten Probesprengungen gibt Friedrich Vogt den Plänen der Barbara Erzbergbau GmbH, einen Pächter in die Kleinenbremer Grube Bergmannsglück zu holen, keine Chance mehr. "Ich gehe davon aus, dass der Spuk nach der zweiten Versuchsreihe vorbei ist", sagt der Vorsitzende des Bezirksausschusses.

veröffentlicht am 28.12.2007 um 00:00 Uhr

Hochgeschraubte Erwartungen der Betreiber: Stollenmundloch der G

Wenn das Dorf dagegen sei, werde der Betrieb nicht angesiedelt, erinnert Vogt die beiden beteiligten Firmen an deren eigene Aussagen. "Durch die Barbara haben wir schon genug Belastung. Das sagt der weitaus größte Teil der Leute, mit denen ich darüber spreche", so der Grünen-Politiker. Anfangs hatte Vogt in der Diskussion um die Ansiedlung des Betriebes von Dyna Energetics, der durch unterirdische Explosionen mit bis zu einer Tonne Sprengstoff Metalle verbindet, noch geschwankt zwischen der Sorge um die Umwelt auf der einen Seite sowie der Aussicht auf etwa 60 versprochene Arbeitsplätze andererseits. Zwischenzeitlich hat er klar Position bezogen: "Ich will keine Diskussion über Grenzwerte, ich will die Ansiedlung grundsätzlich nicht mehr." Und dies müsse auch das Dorf zeigen. Auf Dauer, so befürchtet der Chef des Ortsgremiums, werde das gleiche passieren wie an der Wülpker Egge. "Der Berg hält jahrzehntelange Sprengungen einfach nicht aus", erklärt Vogt. "Er wird marode geschossen." Mit Sicherheit sei es für Porta Westfalica schade um die Arbeitsplätze, sagt Vogt auch als Vorsitzender des städtischen Ausschusses für Wirtschaftsförderung. "Aber es gibt wichtigere Werte. Und für Deutschland sind die Stellen ja nicht verloren." Nach den Probesprengungen im November (wir berichteten) haben die Barbara Erzbergbau GmbH und deren Pächter in spe Dyna Energetics für Januar weitere Versuche im früheren Steinbruch Schiewe angekündigt. Dann sollen bis zu 500 Kilo Sprengstoff auf einmal gezündet werden. Zum Auftakt waren es maximal 50. Mit weiteren Sprengungen lassen sich die Ziele der Entwicklung Kleinenbremens nachÜberzeugung von Vogt nicht vereinbaren. "Wir wollen den Tourismus ausbauen", sagt er unter Hinweis auf ein entsprechendes Konzept, das demnächst Thema einer Dorfwerkstatt sein soll. "Und wer möchte schon Urlaub machen, wo es täglich zehnmal knallt?" Ein anderer Gesichtspunkt: "Wer zum Beispiel am Everdingsbrink wohnt, würde sein Haus nicht mehr los." Außerdem sollten auswärtige Menschen bewogen werden, nach Kleinenbremen und nach Wülpke zu ziehen. Das Baulücken-Kataster für beide Ortschaften sei fertig. Vogt ist sicher: "Für eine Ansiedlung des Betriebes gibt es keine Mehrheit in der Stadt Porta Westfalica."

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