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Deutscher Esperantotreff diesmal in Freiburg – ein Quartett der Hamelner Gruppe nahm auch daran teil

Sprachlich ohne Grenzen

HAMELN. Mi ghojas revidi vin“ – „Ich freue mich, dich wiederzusehen.“

veröffentlicht am 29.06.2017 um 00:00 Uhr

Ausflug nach Colmar im Elsass mit einem Teil der Kongressteilnehmer. FOTO: Heinz-Wilhelm Sprick/PR

Das sagten Eva Shkolnykova, Heinz-Wilhelm Sprick, Waltraut und Klaus Brümmer von der Esperanto-Gruppe Hameln nicht nur zu den zahlreichen Freunden und Bekannten aus ganz Deutschland, nein, fast ist es schon Tradition, dass auch Freunde aus dem Ausland am Deutschen Esperanto-Kongress teilnehmen. Und so hatten sie viel zu erzählen mit Andrea aus Lyon, Marulino aus Amsterdam, Marko aus Florenz, Elzbieta aus Warschau und anderen. Und konnten mit ihnen zusammen die Konzerte (der Reggae-Musiker Jonny M aus Köln und die katalanische Folk-Gruppe „Kaj tiel plu“) und Ausflüge genießen. Der 94. Deutsche Esperanto-Kongress fand dieses Jahr vom 2. bis 9. Juni in Freiburg/Breisgau statt.

Ehrengast war der litauische EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis, der die Festansprache hielt. Daneben gab es interessante Vorträge zum Kongressthema „Krieg und Frieden und Verständigung“, Vorträge der Europäischen Esperanto-Union und einen interreligiösen Dialog. Ein wichtiger Punkt war auch die Neuwahl des Vorstands: Der frühere deutsche Botschafter in Moskau, Ulrich Brandenburg, ist von der Bundesversammlung des Deutschen Esperanto-Bundes in Freiburg/Breisgau zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt worden.

Ulrich Brandenburg spricht seit seiner Kindheit Esperanto. Er gehört zu den etwa tausend Muttersprachlern der internationalen Sprache. „Ich bin mit Esperanto aufgewachsen und freue mich, in neuer Funktion weiter an diesem wichtigen Projekt arbeiten zu können“, kommentierte Ulrich Brandenburg seine Wahl.

Die vier teilnehmenden Gruppenmitglieder aus Hameln: Klaus und Waltraut Brümmer, Eva Shkolnykova, Heinz-Wilhelm Sprick (v.l.). PR
  • Die vier teilnehmenden Gruppenmitglieder aus Hameln: Klaus und Waltraut Brümmer, Eva Shkolnykova, Heinz-Wilhelm Sprick (v.l.). PR

Der neue Vorsitzende des Deutschen Esperanto-Bundes wurde 1950 in Münster geboren. Nach seinem Studium der Slawistik trat Ulrich Brandenburg 1980 in den Diplomatischen Dienst ein. Er war unter anderem in Bagdad, bei der Nato-Vertretung in Brüssel und in Lissabon tätig. Von 2010 bis 2014 war Brandenburg Botschafter in Moskau. Brandenburg ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Schon die Eltern von Ulrich Brandenburg, Willi und Margret Brandenburg, sprachen Esperanto. Gemeinsam mit seinen Geschwistern wuchs Ulrich Brandenburg in Westfalen mit den Muttersprachen Deutsch und Esperanto auf. Brandenburg war aktiv in der Deutschen Esperanto-Jugend, deren Vorsitzender er von 1974 bis 1976 war. Er war auch während der Zeit im Diplomatischen Dienst häufiger Gast von internationalen Esperanto-Veranstaltungen.

Die internationale Sprache Esperanto wurde 1887 von Ludwig Zamenhof in Warschau veröffentlicht. Einige Millionen Menschen in über 120 Ländern weltweit haben bisher Esperanto gelernt. Derzeit beginnen jährlich mehr als eine halbe Million Menschen mit dem Lernen von Esperanto, vor allem im Internet. In Esperanto wurden bisher etwa 10 000 Bücher veröffentlicht, jährlich kommen etwa 120 neue Bücher heraus. Die chinesische Regierung veröffentlicht täglich Nachrichten in Esperanto, auf china.org.cn.

Die Esperanto-Wikipedia umfasst 240 000 Artikel und ist damit etwas größer als etwa die dänische oder kroatische Version. Auch die Esperanto-Gruppe Hameln wird nach den Sommerferien wieder mit einem neuen Sprachkurs für Anfänger beginnen. Informationen gibt es auf der Seite www.esperanto.de/hameln, hameln@esperanto.de oder unter 0162 / 7 53 63 96. Auch beim Tag der Kulturen am 19. August in Hameln wird die Esperanto-Gruppe mit einem Infostand vertreten sein. Und noch ein besonderes Ereignis kann man sich vormerken: Am 25. November feiert die Gruppe ihr 30-jähriges Bestehen mit Konzerten der Folk-Band Kajto aus den Niederlanden und dem Reggae-Musiker Jonny M aus Köln.PR

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