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Vortrag: neurologische Forschung

Sprachdidaktik in der Pubertät

HAMELN. Am Fortbildungstag des Albert-Einstein-Gymnasiums informierte Prof. Dr. Michaela Sambanis von der Freien Universität Berlin Lehrer und Eltern über neuere Forschungsergebnisse im Zusammenhang mit Didaktik in der Pubertät zum Erlernen von Fremdsprachen.

veröffentlicht am 05.04.2017 um 16:24 Uhr

Die Referentin Prof. Michaela Sambanis. FOTO: AEG/PR

Die Pubertät sei gekennzeichnet von Antriebslosigkeit, stärkeren Hemmungen einerseits, ausgeprägterem Risikoverhalten andererseits und partiellem Chaos im Gehirn. Diese Erscheinungen seien auf neurologische und neurophysiologische Ursachen wie Rückgang der Dopaminrezeptoren, Umstrukturierungen im Gehirn und Vollendung der Myelinisierung der Neurone zurückzuführen. Bei allem emotionalen und sonstigem Stress für die Pubertierenden selbst, aber auch für ihre Eltern und Lehrer, den die Pubertät mit der Launen- und Sprunghaftigkeit so mit sich bringt, dürfen die positiven Effekte nicht vergessen werden: Das erhöhte Risikoverhalten bedinge auch Neugierde und letztlich auch die Reifung des Gehirns und der Persönlichkeit.

Der nahezu komplette Umbau des Gehirns, der die Jugendlichen oft so verwirrt erscheinen lasse, erlaube nach seiner Vollendung die Flexibilität des Denkens, die Plastizität und auch die Originalität – man müsse, so die Referentin, nur Geduld aufbringen. Um die Pubertät für alle Beteiligten im Unterricht erträglich oder fruchtbar zu gestalten, empfahl Prof. Sambanis, die Umkehr-Methode auszuprobieren, Projekte aus den kreativen Bereichen wie der Musik, der Kunst und dem darstellenden Spiel einzusetzen, die Selbstwirksamkeit der Schüler zu fördern und sooft es nur geht Lernen an Bewegung zu koppeln.PR

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