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Reizthema heizt die Stimmung auf

Sporthalle: Kein Neubau ohne "Fremdmittel"

Rodenberg/Algesdorf (bab). Ohne "Fremdmittel" baut die Stadt Rodenberg keine neue Sporthalle. Mit dieser Ansicht hat der stellvertretende Bürgermeister Uwe Sassmann in der Jahresversammlung des TSV Algesdorf für Aufsehen gesorgt.

veröffentlicht am 25.01.2008 um 00:00 Uhr

Auf der Tagesordnung stand der vor der Kommunalwahl 2006 angekündigte Neubau einer Sporthalle in Rodenberg nicht. Dennoch hat das bisher nicht eingelöste Versprechen in der Jahresversammlung des TSV Algesdorf für Gesprächsstoff gesorgt. Mitglied Uwe Matthias griff unter dem Punkt "Verschiedenes" das Thema auf. Er kritisierte den derzeitigen Zustand der Sporthallen und fragte nach dem Fortschritt in Sachen Neubau. Die Stadt habe 500 000 Euro jährlich zurücklegen wollen. "Werden diese Rücklagen gebildet?" "Wo sollen wir dieses Geld denn herkriegen?", fragte der Algesdorfer Ratsherr Carsten Schulz (CDU) zurück. Uwe Matthias forderte, die Basis der Sportvereine stärker in den Prozess einzubinden. Die Ratsmitglieder wüssten nichts über die Zustände in den Hallen. "Ich sehe in der Halle wenige Politiker." Die Bedingungen wären teilweise unzumutbar. Zuschauer müssten durch die Kabinen, in denen sich die Sportler währenddessen umziehen. Die Politiker sollten den Bau einer zusätzlichen Halle nicht nur als Werbekampagne bei Wahlen verkaufen. Er bemängelte zudem die Energieverschwendung, wenn Kickboxer beispielsweise in einer 6,50 Meter hohen Halle trainieren und forderte, dass sich ein größerer Kreis von Personen um diese Fragen kümmern sollte. Uwe Matthias argumentierte, dass Victoria Lauenau und der VfL Bad Nenndorf es auch geschultert haben, eine Halle zu errichten. Wenn alle zusammenarbeiten würden, müsse das auch Rodenberg schaffen. "Wer sich hier nicht wohlfühlt, muss ins Land ziehen und sich einen schöneren Verein suchen", reagierte Vorsitzender Reinhard Matthias. "Scheißspruch" kam es aus den Reihen der Mitglieder zurück. Die aufgeheizte Stimmung veranlasste den stellvertretenden Bürgermeister Ralf Sassmann (WGR) zu einer Stellungnahme. Der Landkreis Schaumburg sei Träger der Hallen, und deshalb müsse vor einem Neubau geprüft werden, wie der Kreis sich in Bezug auf eine Sanierung verhält. Die Stadt habe sich vorgenommen, eine Halle zu bauen. "Wir können das aber nicht ohne Fremdmittel", so Sassmann. Außerdem erwähnte er die Zuschüsse, die 2007 seitens der Stadt an den Verein geflossen waren. "Wenn wir eine Halle bauen wollen, müssen wir sparen. Ihr wolltet ja auch den Zaun haben, und wir haben nicht gesagt, das machen wir nicht, wir sparen für die Halle", erinnerte der WGR-Politiker an den einen städtischen Zuschuss ebenso wie an den anderen für die Flutlichtanlage in Algesdorf. "Wir müssen einen Fuß vor den anderen setzen, dann klappt das auch", forderte der stellvertretende Bürgermeister. "Die Missstimmung ist unangebracht, wir sollten das positiv sehen", riet Ratsherr Wilhelm Hartmann (SPD). Wenn Uwe Matthias mehr Mitbestimmung fordere, solle dieser bei den Kommunalwahlen antreten.

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