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Trainingsplatz für TSV Krankenhagen: Umweltausschuss will Löschung des Naturschutzgebietes prüfen

"Sportbetrieb ist wichtiger als Magerrasen"

Krankenhagen (crs). Die erste kleine Hürde hat der TSV Krankenhagen bei seinem Kampf um einen Ausweichplatz genommen. Bei einer Gegenstimme hat der Kreisumweltausschuss in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag dem Kreisausschuss empfohlen, ein Verfahren zur Teillöschung des Naturschutzgebietes "Auf dem Knickbrink" einzuleiten.

veröffentlicht am 13.04.2007 um 00:00 Uhr

Dringend mehr Platz braucht der TSV Krankenhagen - deswegen soll

Eine Stunde lang hatten die Mitglieder zuvorüber Für und Wider diskutiert. Über die berechtigten Interessen der Sportler, die dringend mehr Platz brauchen - und über die Anliegen des Naturschutzes, der durch die Anlage eines Sportplatzes auf einer Fläche mit dem seltenen Magerrasen bedroht scheint (wir berichteten mehrmals). Tenor der sachlich geführten Diskussion im Kreisumweltausschuss: Durch die bloße Einleitung des Verfahrens vergibt man sich noch nichts - es soll allerdings "ergebnisoffen" geprüft werden. Für die Interessen des TSV Krankenhagen hatten sich dabei vor allem die beiden Rintelner Ausschussmitglieder, Günther Maack (CDU) und Klaus Wißmann (SPD), stark gemacht. "Sportbetrieb ist wichtiger als Magerrasen", ließ Wißmann an seinen Prioritäten keinen Zweifel. Die in Frage kommende Fläche sei zudem in früheren Zeiten als Müllkippe und Feuerwehr-Übungsplatz genutzt worden, zweifelte Wißmann die Schutzwürdigkeit an. Auch Maack legte sich für den Verein ins Zeug. "Wir müssen etwas für Jugendliche tun", plädierte er dafür, das Verfahren einzuleiten - bekannte jedoch, angesichts des Interessenkonflikts mit dem Naturschutz "Bauchschmerzen" zu haben. Als Einziger stimmte Hartwig Dankwerth (Grüne) gegen die Beschlussempfehlung. Dankwerth - selber Fußball-Trainer, wie er betonte - stellte die Interessen des Naturschutzes im konkreten Fall über die des Sportvereins. Der Landkreis Schaumburg habe mit lediglich 1,5 Prozent seiner Fläche ohnehin nur wenige Naturschutzgebiete (der Landesdurchschnitt liegt bei etwa 3 Prozent), und die zumindest sollten nach Dankwerths Willen erhalten bleiben. Mehr Courage in diese Richtung hätte der Grüne wohl auch von seinen Ausschusskollegen erwartet: "Wir sollten dem TSV keine falschen Hoffnungen machen, indem wir das Verfahren einleiten." Ebenfalls gegen das Vorhaben sprach sich Egbert Schulz als Naturschutzbeauftragter des Landkreises aus. Beim Bau des Sportplatzes bliebe nur so wenig vom schützenswerten Magerrasen übrig, dass der Rest dann wohl auch in seiner Substanz gefährdet sei: "Der wäre dann nicht mehr zu retten", befürchtete Schulz. Mehrfach wurde im Kreisumweltausschuss auch die Frage laut, ob der TSV Krankenhagen nicht die Suche nach einem anderen Standort intensivieren sollte. Rückendeckung bekamen die Krankenhäger von Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz: "Wir haben alles geprüft, es gibt keine andere Möglichkeit."



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