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Sebastian Edathy informiert KSB-Vorstandüber Pläne seiner Fraktion

Sport als anerkanntes Staatsziel?

Landkreis (sig). Eine gute Nachrichtüberbrachte der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Edathy, am Sonnabend dem Vorstand des Kreissportbundes (KSB) Schaumburg. Seine Fraktion hat beschlossen, sich für zwei Erweiterungen des Grundgesetzes einzusetzen. Eingefügt werden soll im Artikel 20 der Zusatz: "Der Staat schützt und fördert den Sport und gewährleistet seine Freiheit." Außerdem soll als ein weiteres Staatsziel die Kultur mit ihrem ebenso anerkannten Stellenwert für die Gesellschaft in das Grundgesetz aufgenommen werden.

veröffentlicht am 15.10.2007 um 00:00 Uhr

KSB-Vorstandsmitglieder erörterten mit Sebastian Edathy die Plän

Edathy unterstrich im Gespräch mit dem KSB-Vorsitzenden Dieter Fischer und einigen weiteren Vorstandsmitgliedern, der Sport sei mit über 27 Millionen Mitgliedern in 90 000 Vereinen die größte Bürgerbewegung Deutschlands. In diesem wichtigen Bereich des gesellschaftlichen Miteinanders leisten allein fünf Millionen Menschen ehrenamtliche Arbeit. Den Politikern ist nicht verborgen geblieben, dass der Sport im großen Maße zur Integration ausländischer Mitbürger beiträgt. Darüber hinaus bietet er insbesondere Kindern und Jugendlichen eine Heimstatt, stärkt deren Selbstbewusstsein und vermittelt ihnen das Erlebnis von Gemeinschaft und Anerkennung. Edathy wies darauf hin, dass es bereits eine Reihe von europäischen Staaten gibt, in denen der Sport in der jeweiligen Verfassung verankert ist. Dazu gehören Spanien, Portugal, Griechenland, Polen, Bulgarien, Litauen und die Schweiz. Immerhin sei dieser jetzt geplante Schritt auch ganz im Sinne des deutschen Einigungsvertrages. Er werde der überragenden Bedeutung des Sports in der Gesellschaft gerecht. KSB-Vorsitzender Dieter Fischer fragte den Bundestagsabgeordneten nach den Chancen, die dieses Vorhaben der Sozialdemokraten beim Koalitionspartner CDU habe. Edathy sagte, dort sei noch einigeÜberzeugungsarbeit zu leisten. Letztlich gehe er aber davon aus, dass es für die Aufnahme beider neuen Staatsziele im Bundestag die erforderliche Mehrheit geben wird. Fischer sprach besonders die bereits erzielten Fortschritte bei der Integration an, der sich die Vereine auch durch zusätzliche Betreuungsangebote an den Ganztagsschulen widmen. Im geplanten Sportentwicklungsplan für den Landkreis Schaumburg spiele die Integration ebenfalls eine wichtige Rolle. Hans Hartmann, der zuständige Referent des KSB für die Förderung der Sportabzeichenprüfungen, sprach davon, dass in Schaumburg Integrationslotsen ausgebildet werden sollen, die sich sowohl in den schulischen Arbeitsgemeinschaften als auch in der Vereinsarbeit einbringen. Wenn die Sportförderung den Verfassungsrang erhält, dann sei das mehr als Symbolik, unterstrich Edathy in dem Gespräch abschließend und sagte: "Wir sehen darin ein ganz klares und notwendiges Bekenntnis des Staates zum Sport und zu dessen Förderung."



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