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"NextVote": Lokalpolitisches Einmaleins an der Herderschule / Morgen: Polit-Talk in der "Stätte"

Spitzenkandidat? Keine Ahnung, wer das ist ...

Bückeburg (mig). Besonders prominent sind die Kandidaten der kommenden Kommunalwahl bei Jugendlichen scheinbar nicht. Im Rahmen eines Wahl-Workshops des Stadtjugendrings an der Herderschule erkannten nur jeweils eine handvoll Schüler die Spitzenkandidaten.

veröffentlicht am 07.09.2006 um 00:00 Uhr

Eine Stimme, ein (Nadel-)Stich: Die Schüler der Klasse 10c zeige

Die Einladung in den Politikunterricht nutzte der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Dirk Assel, um den Jugendlichen der Klassen 10b und 10c eine Einführung in das kommunalpolitische Einmaleins zu geben. Das scheint auch notwendig zu sein: Ortsrat, Kreisrat, Stadtrat, mal drei, dann wieder zehn Stimmen - die Vielfalt auf dem Wahlzettel verwirrt die Jugendlichen. "Wen soll ich denn wählen?", meinte ein Schüler etwas ratlos. Bei einer Befragungkam ans Licht: Nur wenige Kommunalpolitiker sind den Heranwachsenden bekannt. Am ehesten wissen die Jugendlichen noch, wer in ihrem Heimatort antritt. Ein Zehntklässlers erklärte: "Die sind ja nicht wie Merkel und Schröder im Fernsehen zu sehen." Assel nutzte diese Vorlage, um auf den "NextVote"-Polit-Talk am Freitag in der Jugendfreizeitstätte hinzuweisen. An diesem Abend können Erstwähler fast alle Spitzenkandidaten unter die Lupe nehmen und ihnen Fragen stellen. Das die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs immer bestehe, sei gerade der Vorteil der Kommunalpolitik, erklärte Assel den Schülern. Somit habe jeder die Möglichkeit sich einzumischen und aktiv einzubringen. "Wenn Ihr beispielsweise mit der Ausstattung Eurer Schule nicht zufrieden seid, sind die Politiker vor Ort verantwortlich und direkt greifbar," betonte der Vorsitzende des Kreisjugendrings. Dann gab Assel den Jugendlichen Tipps, wie sie eigene Interessen bei der Wahl am besten durchsetzen. "Ihr könnt beispielsweise den wählen, der in Eurem Alter ist oder der die Belange der Jugend am besten vertritt. Und wenn Ihr in fünf Jahren seht, dass Eure Interessen nicht vertreten wurden, könnt Ihr auch eine eigene Jugendliste aufbauen und durchbringen", machte er deutlich. Christoph Struckmann, Vorsitzender des Stadtjugendrings, ergänzte: "Wir haben hier in Bückeburg 1073 Erstwähler. Wenn die alle ihre Stimmen abgeben, kriegt man damit drei oder vier Kandidaten rein." Zum Schluss der Veranstaltung verteilte Assel die "NextVote"-Code-Karten. Mit einer individuellen Nummer können sich die Schüler im Internet einloggen, über ihre Lebenssituation Auskunft geben und so die jugendfreundlichste Stadt in Niedersachsen wählen. Durch die Auswertung der Daten wollen die Jugendringe erfahren, was die Teenager vor Ort vermissen. Jörn Gerrit Hauke aus Heeßen wünscht sich vor allem eine Diskothek und mehr Ausbildungsplätze. Er wird am Sonntag erstmals zur Wahl gehen und sich genau überlegen, wem er seine Stimmen gibt. Termin: Die Veranstaltung des Stadtjugendrings mit Band und Polit-Talk findet am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr in der Jugendfreizeitstätte statt.

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