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Spielplatz am Museum soll für Wichtelburg eingezäunt werden / Für Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich

Spielplatz schließt - sieben Parkplätze bleiben

Rinteln (wm). Weil die Verwaltung nicht auf sieben Parkplätze hinter dem Direktorenhaus direkt an der Mühlenexter verzichten will, wird jetzt der noch öffentliche Spielplatz im Park hinter der Eulenburg einkassiert, damit die Wichtelburg-Kinder ein Außengelände bekommen.

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

Diese Parkplätze würden verschwinden.

Denn das war bisher Kritikpunkt am Kindergarten und der Kindergrippe zwischen Rathaus und Museum: Es fehle ein kindergarteneigener Spielplatz - weshalb WGS-Fraktionschef Gert Armin Neuhäuser den Standort bisher eher als "1-c-Lage" eingestuft hatte. Bauausschuss und Verwaltung wollen deshalb jetzt nachbessern: Die Wichtelburg, die jetzt auf 60 Betreuungsplätze aufgestockt werden soll, erhält ihren eigenen Spielplatz. Die Suche nach einem geeigneten Gelände gerieten bei Verwaltung wie Verwaltungsausschuss sinnigerweise nicht zu einer Spielplatz- , sondern zu einer Parkplatzdebatte. Denn die Verwaltung rechtete den Ausschussmitgliedern vor, warum ein Spielgelände hinter dem Direktorenhaus, in dem der Kinderschutzbund untergebracht ist, nicht zu machen sei. Dann würden nämlich von den 20 Bediensteten-Parkplätze sieben entfallen. Wobei nach Rechnung der Stadtverwaltung unter "baurechtlichen" Aspekten ohnehin der Rathausparkplatz eigentlich ein reiner Behördenparkplatz und kein allgemeiner Parkplatz ist, auf dem - zumindest auf dem Papier - "normale" Autofahrer nichts zu suchen haben: 108 Stellplätze brauchen nämlich Rathaus und Verwaltung, zwei die Beratungsstelle für Eltern und Kinder, fünf das Museum, vie r die Stadtbücherei, zwei die Kreisjugendmusikschule, zwei die Wichtelburg und zwei der Kinderschutzbund - was unter dem Strich einen Bedarf von 125 Stellplätzen ergibt. Tatsächlich gibt es hinter dem Rathaus nur 85 Parkplätze plus 20 auf dem Bedienstetenparkplatz am ehemaligen Direktorenwohnhaus. Und dann brachte die Verwaltung noch das Kostenargument ins Spiel: Rund 22 400 Euro würde die Umwandlung von sieben Parkplätzen in ein Spielgelände kosten. Ein Zaun um den bereits vorhandenen öffentlichen "Kanonenspielplatz" am Museum dagegen nur 4000 Euro. Benutzen dürfen den Spielplatz außer den Wichtelburgkindern künftig auch die Kinder der "Flohkiste" des Kinderschutzbundes. Anwohner wie Susanne Steinbeck und Michael Kluwe sind von der Schließung des öffentlichen Spielplatzes wenig begeistert: Denn der Spielplatz an Westcontrescarpe ist im Vorjahr verschwunden - jetzt Baugrundstück, ebenso der Spielplatz am Steinanger - jetzt Fußballplatz. Der ebenfalls nahe gelegene Spielplatz am Blumenwall sei dagegen keine Alternative, betonte Neuhäuser, weil dieser einfach abschreckend sei - als Hundeklo und als Raucherecke für Schüler. Außerdem seien die Schmierereien in Fäkalsprache dort jugendgefährdend für alle Kinder, "die schon lesen können". Als Kompromiss könnten die Anwohner damit leben, wenn der künftige Wichtelburg-Kinderspielplatz am Nachmittag - wenn der Kindergarten geschlossen hat - öffentlich zugänglich bleibt und erst am Abend nach 20 Uhr wieder abgeschlossen wird - damit die bösen Buben draußen bleiben.

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