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Präventionsprojekt des Jugendzentrums: Kinder testen Computerspiele / Gesammelte Urteile erscheinen im Dezember

Spiele vergeben Punkte, wenn man sich selber umbringt

Obernkirchen (sig). Vielen Eltern bereitet es Sorgen, dass ihre Kinder täglich oft ungezählte Stunden vor dem Computer verbringen. Es ist längst nicht alles kinderfreundlich, was sie in der virtuellen Welt zu sehen bekommen. In zahlreichen Computerspielen geht es ausgesprochen kriegerisch zu. Das Jugendzentrum hat deshalb ein Präventionsprojekt gestartet: Kinder zwischen sechs und zehn Jahren sollen selbst als Tester vorgeben, für welche Altersgruppe die angebotene Software überhaupt geeignet ist.

veröffentlicht am 21.11.2008 um 00:00 Uhr

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Bei der ersten Zusammenkunft von Organisatoren und Teilnehmernüberreichte die für das Projekt zuständige Sozialpädagogin Susanne Veentjer den teilnehmenden Kindern nach einer kurzen Einführung Fragebögen. Sie sollten darauf zum Beispiel einordnen, für welche Altersgruppe ein bestimmtes Spiel geeignet sei. Gefragt wurde auch, ob die virtuelle Handlung als realistisch angesehen werden könne oder nicht. Dazu sollten die Kinder kurz den Inhalt der Spiele wiedergeben. Veentjer wollte außerdem wissen, ob in dem jeweils geprüften Spiel Menschen oder Tiere zu Schaden kämen und ob sich die jungen Tester daran störten. Die Kinder konnten auch sagen, wenn sie ein Spiel gern verboten gesehen hätten. Das junge Tester-Team besteht zurzeit aus sechs Jungen und einem Mädchen. Einige der Spiele, die im Laufe des Projekts kontrolliert werden, stammen von der Niedersächsischen Landesstelle für Jugendschutz. "Da gibt es ein Spiel, das wohl von der Polizei kommt. Es zeigt, dass man sich nicht streiten und man anderen ihr Eigentum nicht wegnehmen soll", sagt Tester Patrick De Palma. Dessen Bruder Dominik fügte hinzu: "Es gibt auch Spiele, die keinen Spaß machen, weil man Leute ermorden muss, um weiterzukommen." Er hat im Internet sogar ein Spiel entdeckt, bei dem man Punkte bekommt, wenn man sich selbst umbringt. Mit dem beliebten "Monopoly"-Spiel sowie mit "Genius" oder "Sherlock Holmes" begeben sich jedoch die Kinder nicht auf Glatteis. Mehrere Wochen lang testen die Kinder jetzt Computerspiele. Anfang Dezember soll eine Zeitung herausgegeben werden, die alle Urteile der Kinder erhält. Sie soll im Jugendzentrum, im Rathaus und in den beiden Obernkirchener Büchereien ausgelegt werden.

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