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TV Bergkrug: Nachwuchsmangel beim Tennis hat viele Gründe

Spiel mit dem Filzball gelernt

Helpsen (han). Viel Motivation, Ballgefühl und Sprintschnelligkeit haben acht Kinder bei einer Ferienspaßaktion des TV Bergkrug bewiesen. Tennistrainer André Munkelt zeigte den jungen Spielern, wie man den Ball mit Vor- und Rückhand zielsicher in das gegnerische Feld befördert.

veröffentlicht am 12.08.2008 um 00:00 Uhr

Eifriges Treiben herrschte auf den Tennisplätzen nahe des Schulzentrums in Helpsen. Hochkonzentriert fixierten die Kinder die gelben Bälle, die ihnen Munkelt zuwarf. Souverän und mit lässigem Schwung schlugen sie die Tenniskugeln zu ihrem Trainer zurück. "Am Anfang habe ich nicht alle Bälle getroffen, aber dann ging es ganz leicht", erzählt Jonas (7) vergnügt. "Mit der Vorderhand geht es leichter als mit der Rückhand", berichtet Kim Janice (10). Warum? "Man kann besser zielen. Außerdem muss man für die Rückhand beide Hände nehmen." Die Ferienspaßaktion ziele vor allem darauf ab, Tennisnachwuchs zu bekommen, so Munkelt, der seit einem halbem Jahr als Tennistrainer beim TV Bergkrug tätig ist. Zusätzlich bietet er am Schulzentrum Helpsen Tennis-AGs an. "Die Resonanz ist allerdings bescheiden", bedauert der Tennis-Profi. In der Tennissparte des TV Bergkrug gebe es rund 20 Kinder und Jugendliche. "Es fehlen die Zugpferde", sagt Vereinsmitglied Jürgen Otto mit Blick auf Tennisikonen wie Boris Becker und Steffi Graf, die aus der Sportart zeitweise einen Breitensport gemacht haben. Otto fallen für den Nachwuchsmangel zahlreiche Gründe ein. Immer weniger junge Leute seien bereit, sich an einen Verein zu binden. Zudem hätten sie genügend Geld, um sich den regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio zu leisten. Dort könnten sie ohne Verpflichtungen trainieren. Gemeinsam mit anderen Kindern zu trainieren mache den Nachwuchsspielern am meisten Spaß. Eine vierköpfige Mannschaft zusammenzustellen sei aber sehr schwer. "Heutzutage haben die Kinder volle Terminkalender, darum können sie sich nicht auf einen gemeinsamen Trainingstermin einigen", so Otto. Hinzu komme, dass für den Tennissport ein langer Atem nötig sei. "Tennis ist vergleichbar mit Volleyball. Man braucht mehrere Jahre, bis man sich die technischen Voraussetzungen angeeignet hat." Rund die Hälfte der jungen Spieler hänge den Tennisschläger wieder an den Nagel.



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