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Sprengel Hannover bekommt ländliche Kirchenkreise hinzu / Sparpaket zeigt Wirkung

Spiekermann: "Der Anfang einer Einheit"

Landkreis (ade). Eine grundlegende Strukturveränderung steht für den evangelischen Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg und ebenso für die zur hannoverschen Landeskirche zählenden Kirchengemeinden in der Seeprovinz an: Zum 1. Juli dieses Jahres wird der Sprengel Calenberg-Hoya aufgelöst. Die Kirchenkreise Stolzenau-Loccum, Nienburg und Grafschaft Schaumburg gehören dann zum Sprengel Hannover, dessen Landessuperintendentin Ingrid Spiekermann ist.

veröffentlicht am 08.01.2007 um 00:00 Uhr

Ingrid Spiekermann - hier im Kreuzgang des Loccumer Klosters - w

Die Zusammenlegung der Sprengel ist einer der ersten Beschlüsse, die aus dem Sparpaket der Landeskirche resultieren. Im Gespräch ist aber auch die Auflösung kleinerer Kirchenkreise - und das könnte für Spiekermann eine der nächsten Aufgaben sein. Zwei der drei "neuen" Kirchenkreise fallen in diese Kategorie. Die Landessuperintendentin hat sich zu dieser Thematik noch kein Urteil gebildet. Sie will die neuen Gebiete zunächst besser kennen lernen, will sehen, welches Entwicklungspotenzial darin steckt. Nicht nur nach finanziellen Gesichtspunkten, solle ihrer Meinung nach entschieden werden. "Eine Fusion kann man nicht nur von oben dekretieren", sagt sie. Für den Herbst dieses Jahres hat sich Ingrid Spiekermann zur Visitation beim Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg angemeldet. In den anderen beiden Kreisen sind ein bis zwei Tage eingeplant, um die Vertreter der wesentlichen Gremien kennen zu lernen. 460 Pastoren sind es künftig, die Spiekermann in ihrem Sprengel unterstellt sind. 60 Pastoren kommen durch die drei Kirchenkreise hinzu. Als sie im Jahr 2000 Landessuperintendentin wurde, habe sie jeden einzelnen "ihrer" Pastoren besucht, erzählt Spiekermann. Das werde sie bei den "neuen" leider nicht machen können, dazu fehle einfach die Zeit. Bereits jetzt, rund ein halbes Jahr vor Amtsantritt, hat sie sich aber mit den Superintendenten der hinzukommenden Kirchenkreise getroffen. Große Änderungen gegenüber der Arbeit ihres Vorgängers Arend de Vries wolle sie nicht vollziehen, meint die 55-jährige Theologin. Doch obwohl die Aufgaben aller Landessuperintendenten identisch seien, präge jeder durch seine Person auch das Amt. "Ich bin ein Mensch für die Menschen", sagt sie und hat als Markenzeichen und Titel für den Sprengel Hannover "Kirche im Dialog" gewählt. Diesen Dialog will sie auch in die ländlichen Regionen, die demnächst dazu gehören, tragen. Ein ganz konkretes Beispiel dafür werden die "Klostergespräche" sein. Verantwortliche Politiker aus ihrer Regionund einige Kirchenleute lädt sie dazu einmal jährlich in eines der Klöster des Sprengels ein. Informelle Gespräche seien das, die manches bewegen könnten und den Politikern die Chance böten, kirchliche Räume zu erfahren. Neue Angebote können sich die Menschen auch von Spiekermanns Funktion als Vorsitzende der Evangelischen Regional- und Stadtakademie im Sprengel Hannover erhoffen. Die 2005 gegründete Akademie wolle eine Lücke zwischen akademischer Arbeit, wie die der Loccumer Akademie, und der Erwachsenenbildung schließen, sagt Spiekermann. Sie möchte diese Angebote auch in die neuen Kirchenkreise transportieren. Mit einem Begrüßungsgottesdienst werden die "drei Neuen" am Freitag, 6. Juli, 17 Uhr, in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover in den Sprengel aufgenommen. Spiekermann sieht das als Anfang einer Einheit, bei der sich keiner als Anhängsel betrachten müsse.



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