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30 000-Euro-Markeüberschritten / Notdach geplant / Beim Mühlentag dabei

Spendenflut für Eisberger Mühle

Eisbergen (ly). Nach dem verheerenden Brand, der Mitte Januar die Eisberger Mühle zerstört hat, ebbt die Welle der Hilfsbereitschaft nicht ab. Werner Röckemann, Vorsitzender der Mühlengruppe, berichtet von mehr als 30 000 Euro an Spenden, die seitdem eingegangen seien. Gespendet hätten Firmen, Banken und viele Privatleute. Beim Mühlenfest am Maifeiertag kamen rund 2700 Euro von der Volksbank Eisbergen sowie 3000 Euro von der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Porta Westfalica dazu.

veröffentlicht am 05.05.2007 um 00:00 Uhr

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Einerseits ist Werner Röckemann froh über so viel Solidarität. Andererseits kann er seine Ungeduld kaum verbergen, denn der Wiederaufbau kann dem Vorsitzenden nicht schnell genug gehen. "Alles läuft ein bisschen langatmig", sagt er. "Ich würde mir mehr Dampf auf dem Kessel wünschen." Sonst, so befürchten die Mühlenfreunde, "lässt spätestens beim übernächsten Mahltag das Interesse nach." Besucher müssten sehen, dass etwas passiere. Andernfalls blieben sie aus. Am 1. Mai haben Röcke-mann und seine rund 50 Mitstreiter an der innen komplett ausgebrannten Erdholländer-Mühle ein Programm geboten, das kaum Abstriche gegenüber früher hatte. Bloß technische Vorführungen gab es nicht - logisch. Musik machte das Country-Dup Sly& Paul. Hunderte von Gästen steuerten Eisbergen an, darunter gleich zum Auftakt eine Gruppe von 80 Radlern. Alle hatten außer Kuchenhunger jede Menge Wissensdurst, was aus der Mühle wird, mitgebracht, Es tut sich was. Zunächst stehen zwei größere Arbeiten an. Erstens sollen innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen Probebohrungen am Rumpf durchgeführt werden, um dessen Festigkeit anschließend von der Fachhochschule (FH) in Minden prüfen zu lassen. Darauf haben sich die FH und der Mühlenbauhof in Petershagen-Frille verständigt. "Es geht darum, wie weit der Rumpf erhalten bleiben kann", so Friedrich Rohlfing, Leiter des Mühlenbauhofs, auf Anfrage. Zweitens soll die Mühle binnen der nächsten Wochen ein Notdach als Wetterschutz von oben bekommen. Zu den Kosten des Wiederaufbaus konnte Rohlfing noch keine Angaben machen. "Das hängt mit dem Zustand des Rumpfes zusammen." Der Zeitplan sieht vor, dass der Wiederaufbau inklusive neuer Flügel und Haube im nächsten Jahr beginnen soll und demnach 2009 ende. Röckemann wäre damit zufrieden. "Man muss sich realistische Ziele setzen", sagt er. Übrigens: Beim Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, 28. Mai, sind die Eisberger wieder mit von der Partie. Ist doch Ehrensache.



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