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Stadtverband hält "Bürgerstreife" für unnötig / Sozialdemokraten haben Vertrauen in die Polizei

SPD: "Zivilcourage statt Denunziantentum"

Bückeburg. "Wir brauchen in der Stadt keine kurz ausgebildeten Hilfssheriffs, sondern eine von der Landesregierung gut ausgestattete und motivierte Polizei", lautete das Fazit im SPD-Stadtverbandsvorstand nach einer angeregten Diskussionüber eine Bürgerstreife für und in Bückeburg.

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

Bereits erste Andeutungen in der Zeitungüber das mögliche Interesse der Stadt an einer "Bürgerstreife" führten zu zahlreichen Nachfragen bei SPD-Stadtverbandsvorsitzender Grit Schmidt. Die griff das Thema sofort auf und lud den Unterbezirksvorsitzenden und ehemaligen Innenminister Heiner Bartling zu einer Vorstandssitzung dazu. "Hingucken, Zivilcourage zeigen und Informationen an die Polizei weitergeben", das ist nach den Worten den SPD-Landtagsabgeordneten Heiner Bartling der bessere Weg. Bartling, jetzt innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, vermutet, dass Innenminister Schünemann mit seinem Angebot an die Kommunen, interessierte Personen kurz auszubilden und dann auf die Straße zu schicken, nur den Eindruck von Polizeipräsenz erwecken will. Es sei gegenüber der Feuerwehr beleidigend, diesen Hilfssheriffs eine Aufwandsentschädigung aus der Stadtkasse zu zahlen und die Feuerwehrkameraden tagtäglich ehrenamtlich zu Unfällen zu rufen und Ölflecke entfernen zu lassen. Bartling: "Auch bei der Polizei und ihren Vertretungen gibt es eindeutigen Widerstand." "Unnötig in Bückeburg", meint die Bückeburger Ortsvereinsvorsitzende Anka Knechtel. Sie befürchtet, dass sich auch Personen melden, "denen man nicht unbedingt Vertrauen entgegenbringt". "Rechungen unter Nachbarn werden dann beglichen", sieht Ratsherr Albert Brüggemann die "Bürgerstreife" ebenso kritisch. Für Wolfhard Müller steht fest, dass Innenminister Schünemann von eigentlichen Problemen ablenken will. Aufgrund der WM und anderer Großereignisse bauten die Polizisten Überstunden ab, und am Gevattersee könnten sich mehrere hundert Personen versammeln und Straftaten begehen. Die beiden Polizisten in Evesen mussten, so Müller, vor dem Unrecht "einknicken", weil sie keine Verstärkung herbeirufen konnten.

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