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Hartmann-Grolm möchte - Vehling will bleiben / Kreistagsfraktion erwartet am kommenden Dienstag spannende Sitzung

SPD steht vor Auseinandersetzung um Landrats-Vize

Landkreis (ssr). Noch ist offen, ob die SPD im Kreistag mit der FDP oder mit den Grünen die Landratsmehrheit bilden wird. Die Sondierungsgespräche sind nach den Worten des Schaumburger SPD-Chefs Heiner Bartling in beiden Richtungen "sehr positiv" verlaufen.

veröffentlicht am 14.10.2006 um 00:00 Uhr

In ihrer konstituierenden Fraktionssitzung am kommenden Dienstag hat die SPD neben der Frage der Gruppenbildung auch personelle Entscheidungen zu beraten. So zeichnen sich für das Amt des stellvertretenden Landrats zwei Bewerbungen ab - von Amtsinhaber Werner Vehling und von Helma Hartmann-Grolm. Unumstritten ist nach Auskunft Bartlings die Wiederwahl von Eckhard Ilsemann als Fraktionschef der SPD im Kreistag. "Der Unterbezirksvorstand schlägt ihn vor, und ich gehe davon aus, dass er es auch wird." Schwieriger könnte sich die Wahl eines Kandidaten für das Amt des stellvertretenden Landrats gestalten. Wie Ilsemann auf Anfrage bestätigte, hat die Rintelner Abgeordnete Hartmann-Grolm Interesse an dem Posten signalisiert. Amtsinhaber Werner Vehling (Hespe) möchte aber bleiben. Denkbar wäre also eine Kampfabstimmung. Es gibt aber in Fraktionskreisen ebenso das Denkmodell, Vehling für die erste Hälfte der Wahlperiode zu wählen und ihn Anfang 2009 durch Hartmann-Grolm auszuwechseln. Auch eine dritte Variante wäre möglich: Nach der würde die Rintelnerin Landrats-Vize, Vehling würde weiterhin als Vorsitzender des Kreistags dessen Sitzungen präsidieren. Bartling sieht für die Fraktion, in der er in dieser Frage "unterschiedliche Interessen" sieht, eine "schwerwiegende Abwägung". Es gehe darum, "einerseits eine zukunftsgerichtete Alternative zu haben, andererseits einem Amtsinhaber möglichst nicht weh zu tun, der noch nicht zum Abtreten bereit ist". "In großer Gelassenheit" kann die SPD-Fraktion laut Bartling der Koalitionsfrage entgegen sehen. Sowohl mit der FDP als auch mit den Grünen könne eine stabile politische Mehrheit gebildet werden, "die wir auch anstreben", wie Bartling ausdrücklich unterstrich. Nach noch zu treffender Absprache mit demUnterbezirksvorstand sowie mit Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und dem designierten Fraktionschef Ilsemann will Bartling, der offenbar eine klare Präferenz hat, diese aber derzeit noch nicht preisgeben will, der Kreistagsfraktion am kommenden Dienstag eine Empfehlung geben. Nach Darstellung Bartlings war er auf das Sondierungsgespräch mit den neuen FDP-Abgeordneten Holger von Harpe und Ignaz Stegmiller sehr gespannt gewesen: "Es ging das Gerücht, dieses seien Neoliberale." In Anwesenheit der bisherigen FDP-Abgeordneten Brigitte Bödeker und der FDP-Kreischefin Renate Jobst - beide überzeugte Sozialliberale - hätten die FDP-Männer aber bekundet, die bisherige Linie der FDP im Kreistag fortsetzen zu wollen.

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