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64-Jähriger will hauptamtlicher Bürgermeister in Salzhemmendorf werden

SPD schickt Grießner ins Rennen

Salzhemmendorf. Lange war sein Name hinter vorgehaltener Hand genannt worden, mindestens genauso lange wollte weder ein SPD-Offizieller noch er selbst das Gerücht bestätigen: Karl-Heinz Grießner soll für die Sozialdemokraten als Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai ins Rennen gehen. Das zumindest hat jetzt der geschäftsführende Vorstand des SPD-Gemeindeverbands beschlossen, teilte der Ratsfraktionsvorsitzende Walter Kramer gestern der Dewezet auf Anfrage mit. Vorbehaltlich einer Zustimmung des gesamten Vorstandes des Gemeindeverbandes am 15. Januar soll Grießner dann der Mitgliederversammlung vorgeschlagen werden. Ein Termin steht noch nicht fest. „Wir haben im Vorfeld auch mit anderen Interessenten von außerhalb gesprochen“, berichtet Kramer. Doch als die gehört haben, dass Grießner, ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Rat und Vorsitzender des Gemeindeverbandes Salzhemmendorf sowie Ortsbürgermeister in Wallensen, antreten will, hätten sie ihre Kandidatur zurückgezogen.

veröffentlicht am 09.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 16:30 Uhr

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Grießner wird im Februar 65 Jahre alt – die Heraufsetzung des Höchstalters für die Bürgermeisterkandidaten auf 67 Jahre durch die Landesregierung kam ihm nun gelegen. Der Rat hatte in seiner Dezember-Sitzung beschlossen, die Bürgermeisterwahl am Tag der Europawahl im Mai durchzuführen. Sein Alter und die damit verbundene Lebenserfahrung sieht er nicht als Hindernis, sondern eher als Pfund, mit dem er wuchern könne.

Grießner ist ein kommunalpolitisches Urgestein – er sieht sich selbst als „Brückenbauer zwischen Bürgerschaft und Rat und Verwaltung“. Mitglied im Gemeinderat und im Ortsrat Wallensen war er von April 1973 bis Februar 1993. Als erster stellvertretender Bürgermeister (ehrenamtlich) war Grießner von Juni 1976 bis November 1981 und noch einmal als ehrenamtlicher Bürgermeister von November 1986 bis Januar 1993 tätig. Ortsbürgermeister von Wallensen, Thüste und Ockensen war der Sozialdemokrat von 1973 bis 1981, von 1986 bis 1993, und er ist es aktuell wieder seit Januar 2010.

In Zusammenhang mit der Kurpleite war er 1993, nach gescheiterten Abwahlanträgen, zurückgetreten und zog sich für Jahre aus dem kommunalpolitischen Geschehen zurück – auch aus gesundheitlichen Gründen. 2002 kehrt er in die Politik zurück; ab 2006 ist er wieder im Rat. Seit November 2011 ist Grießner stellvertretender Bürgermeister (ehrenamtlich) und vertritt seit über einem Jahr gemeinsam mit Clemens Pommerening als stellvertretender Verwaltungschef den erkrankten hauptamtlichen Gemeindebürgermeister Martin Kempe.

Bereits 1973 hat Grießner den Grundstein für den Kindergartenstandort gelegt – mit dem Kinderspielkreis Wallensen, dessen 1. Vorsitzender er seitdem ist. Weil der Kindergarten Stoppelhopser „Art und Weise des politischen Handelns“ Grießners dokumentiere, wurde die Einrichtung als Ort für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an ihn gewählt. Grießner erhielt die Auszeichnung 2011 für sein „gesellschaftliches und kommunalpolitisches Engagement“ und seinen „unermüdlichen Einsatz für die Belange der Gesellschaft und des Allgemeinwohls“. Bis zum Eintritt in den krankheitsbedingten Ruhestand 1993 war Grießner beruflich als gelernter Bankkaufmann zuletzt für das Elektrizitätswerk Wesertal in der Verwaltung tätig.

Auch der Name Karsten Appold taucht bei der Kandidatenfrage auf. Darauf angesprochen, sagt der Grünen-Fraktionschef, er „gehe erst mal davon aus, dass ich es nicht tun werde“. Was sich entwickeln werde, wisse niemand. Heute Abend soll bei der Kreismitgliederversammlung der Grünen in Bad Münder diskutiert werden, ob die Partei in Salzhemmendorf mit einem Kandidaten ins Rennen gehen wird. Wenn ja, ist Appold sicher ein hoch gehandelter Name. Auch die CDU wird einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken.

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