weather-image
25°
Bürgermeister: Binden uns Daueraufgabe ans Bein

SPD beißt bei WiB auf Granit: Aue-Furt wird nicht repariert

Buchholz (tw). Die SPD ist dafür, aber die Mehrheitsgruppe von WiB und SPD dagegen - damit war's am Ende klar: Die Furt durch die Aue im Osten der Schlingmühle wird nicht wieder hergerichtet; und die benachbarte Betonbrücke bleibt wie sie ist. Nämlich marode.

veröffentlicht am 25.09.2007 um 00:00 Uhr

Das von den Genossen aufs Tablett gebrachte Reizthema hatte die Fraktionen einmal mehr bei ihrer jüngsten Zusammenkunft im Gemeinschaftsraum an der Bückebergstraße beschäftigt. Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) nach Rücksprache: "Die Furt ist Eigentum des Landkreises. Der will sie weder instandsetzen geschweige denn ausbauen." Für die Landwirte, die sich im übrigen auch nicht beschwerten, sei der Zustand der Quere "ausreichend". Hintergrund der Ablehnung der Behörde seien Planungen für den Hochwasserschutz im Bereich der Bückeburger Aue, durch welche die Unterlieger in Heeßen, Bad Eilsen und Ahnsen keine nassen Füße mehr bekommen sollen. Dabei sei es vorgesehen, aus den Aue-Wiesen Rückzugsflächen für die Fluten zu machen - was zur Folge habe, dass diese Wiesen noch sumpfiger würden und eine Furt an dieser Stelle keinen Sinn mache. Fazit der WiB um Sprecherin Gudrun Spiller denn auch: "Lassen wir die Sache wie sie ist. Der Aufwand wäre groß, der Nutzen fraglich." Die SPD hielt dennoch am Wiederherrichten der Passage - "ein Wunsch der Feuerwehr" - fest. Frank Rinne widerspricht in Sache Aufwand: "Das Ganze ließe sich mit geringen Mitteln herrichten." Die Fläche müsse nur glatt gezogen und nachgeschottert werden. "Der ,Aufwand' würde eine Arbeitsstunde betragen." Außerdem stehe die Maßnahme in Zusammenhang mit einem besseren Schutz bei eventuellen Waldbränden. Das sieht der Bürgermeister - "an mich ist die Feuerwehr nicht heran getreten!" - anders. Er spricht von einer "Sisyphosarbeit". Wie bekannt, bestand Sisyphos' Strafe in der Unterwelt darin, einen Felsblock einen steilen Hang hinaufzurollen. Immer kurz bevor er das Ende des Hangs erreichte, entglitt ihm der Stein, und er musste wieder von vorne anfangen. Heute nennt man Aufgaben, die trotz großer Mühen so gut wie nie erledigt sein werden, Sisyphosarbeit. Auf die Buchholzer Furt bezogen: "Wenn wir dort Schottern, wird uns das nächste Hochwasser das Gestein wieder fortspülen", sagt Krause. Und ergänzt: "Wir würden uns damit eine Daueraufgabe ans Bein binden." Beschluss am Ende der Zusammenkunft: "Aufgrund der Eigentumsverhältnisse, der Ablehnung des Landkreises und der unklaren weiteren Nutzung der Wiesenflächen wird von einem Ausbau der Furt zurzeit abgesehen." SPD-Fraktionssprecher Klaus Kappmeier: "Hätten wir uns so viel Gedanken um den Bau der Brücken wie um die Neuanlage der Furt gemacht, hätten wir heute noch keine." Bleibt nachzutragen: Auch die der Furt benachbarte Betonbrücke befindet sich im Eigentum des Landkreises. Der will sie weder abreißen noch erneuern lassen. Zwar ist die Quere wegen fehlender Geländer für Fußgänger gesperrt, es soll aber keine Einsturzgefahr bestehen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare