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Die Fraktion im Samtgemeinderat Bodenwerder will eine bessere Versorgung erreichen

SPD: Arztnotdienst im Nordkreis nicht optimal

Bodenwerder (fhm). „Als Ratsvertreter werden wir von vielen Bürgern angesprochen, dass der ärztliche Notdienst im Nordkreis nicht optimal funktioniert.“ Wilhelm Brennecke, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat Bodenwerder, und sein Ratskollege Harald Jacob formulieren den Protest der Menschen. „Es muss etwas passieren, es geht so nicht weiter.“ Zuständig für die Organisation des Ärztlichen Notdienstes ist die Kassenärztliche Vereinigung. An diese Institution richtet sich der Appell der Kommunalpolitiker.

veröffentlicht am 07.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

Harald Jacob und Wilhelm Brennecke.
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Vor einem Jahr wurden die Notdienst-Bezirke im Landkreis Holzminden neu zugeschnitten. Im September des vergangenen Jahres wurden sieben Bezirke zu zwei Notdienst-Bereichen zusammengelegt und dadurch vergrößert. Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung hatten diese Maßnahme gefordert. „Der gesamte Nordkreis Holzminden ist jetzt ein Notdienst-Bereich“, erläutert Wilhelm Brennecke. Die Rückmeldungen, welche die Politiker im ersten Jahr des neuen Zuschnitts erhalten, sind nicht positiv. „Es ist immer eine lange Fahrt in den Nordkreis.“ Und er nennt einen Fall. „Eine ältere Dame aus Westerbrak hatte hohes Fieber und rief abends den Notarzt. Drei Stunden musste sie warten, weil die Fahrzeuge unterwegs waren. Dann hat sie der Sohn ins Auto gepackt und ins Krankenhaus nach Stadtoldendorf gebracht.“ Die Organisation in nur zwei Bereiche für den gesamten Kreis sei „völlig absurd“, unterstreicht Harald Jacob. „Derjenige Arzt, der abends Notdienst hat, muss schon einmal 400 Kilometer fahren und ist fünf Stunden mit dem Auto unterwegs.“ Eigentlich müsste man den Leuten sagen, „ruft am besten sofort 112 an“. Die Versorgung tagsüber sei keine Frage, aber zu den klassischen Notdienstzeiten sei die bisherige Lösung nicht tragbar, bilanzieren Brennecke und Jacob nach dem ersten Jahr neuer Notdienst-Bereiche. „Das ist nicht zu akzeptieren“, sagt Wilhelm Brennecke und schlägt zusammen mit Harald Jacob ein gemeinsames Gespräch vor. „Alle müssen an einen Tisch: Ärzte, Kassenärztliche Vereinigung, Landkreis, Samtgemeinde und Krankenhäuser.“ Gemeinsam, so Brennecke und Jacob, müsse man eine Lösung im Sinne der Bürger finden. „Das ist eine Aufgabe innerhalb der Daseinsvorsorge für die Menschen“, erklärt Harald Jacob das Engagement der Politik. Und schließlich könnte jeder betroffen sein, wenn er auf einmal auf ärztliche Hilfe angewiesen ist.

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