weather-image
10°
Transport der Oberstufenschüler im Blick

SPD: Anträge für Schulfonds sind auf gutem Weg

Landkreis (ssr). Die Kreisverwaltung soll die Einrichtung von Schulfonds für bedürftige Kinder an den Schulen kreisweit koordinieren. Zusätzlich soll er Geld für den Schülertransport von Oberstufenschülern aus einkommensschwachen Familien bereitstellen. Das hat die SPD/FDP-Mehrheit im Kreistag beantragt. Nach den Worten des Schaumburger SPD-Vorsitzenden Karsten Becker sind aus vielen Städten und Gemeinden bereits positive Signale zu vernehmen, dass die jeweiligen örtlichen SPD-Anträge für Schulfonds zum Ziel führen werden.

veröffentlicht am 19.10.2007 um 00:00 Uhr

An vielen Schaumburger Schulen gebe es "Hinweise auf eine Benachteiligung von Kindern aus einkommensschwachen Familien", sagte Becker im Pressegespräch. Das zeige sich hauptsächlich in folgenden Bereichen, in denen Kinder aufgrund mangelnder finanzieller Leistungsfähigkeit der Eltern nicht mit allen erforderlichen Lehrmitteln ausgestattet sind, nicht an der angebotenen Schulverpflegung teilnehmen oder von der Teilnahme an Schulausflügen absehen. Im Schaumburger Land erhalten laut Becker derzeit rund 2600 Familien mit 4450 Kindern unter 15 Jahren Hartz-IV-Leistungen. Insgesamt seien kreisweit fast 5000 Kinder und Jugendliche von Armut bedroht. Hier gelte es, mit einem geeigneten Instrumentarium zu helfen. Dieses müsse möglichst vor Ort, also an den Schulen, installiert werden. Nach Überzeugung des SPD/FDP-Gruppenvorsitzenden im Kreistag, Eckhard Ilsemann, sei nämlich in den Kollegien die Kenntnis am besten, wer welche Hilfe benötigt. Fördervereine von Schulen könnten in die Überlegungen mit einbezogen werden. Die örtliche Anbindung der Fonds passe überdies auch gut zum neuen Konzept der Eigenverantwortlichen Schule. Gleichwohl halten es SPD und FDP für hilfreich, wenn der Landkreis "in enger Abstimmung mit den Kommunen eine landkreisweit einheitliche Struktur von Unterstützungsfonds entwickelt". Nur so könne ein in allen Orten vergleichbar gerechtes Unterstützungssystem entstehen, lautet die Begründung. Der Vorstoß zielt zudem auf den Schülertransport für Oberstufenschüler aus einkommensschwachen Familien. Für Schüler der Sekundarstufe II zahlt der Staat nämlich den Schülertransport nicht, und diese Lücke werde durch Hartz IV nicht ausreichend abgedeckt, so Ilsemann. Hier solle der Landkreis einspringen. Ilsemann schätzt den Finanzbedarf grob auf rund 60 000 Euro pro Jahr. Die beiden SPD-Kommunalpolitiker wiesen darauf hin, dass für die Lösung der aufgezeigten Probleme eigentlich der Bund und das Land zuständig sind. "Solange dort aber nichts ausreichend passiert, müssen wir auf der kommunalen Ebene freiwillig zumindest die gröbsten Übel angehen", sagte Becker. Denn: "Wir dürfen nicht zulassen, dass einige unserer Kinder aus finanziellen Gründen nicht die Bildungschancen bekommen, die ihnen zustehen."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare