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Offener Spieletreff immer dienstags Abend beim Lasertag

Spaß an Brettspielen

HAMELN. In Hameln hat sich eine Spielgruppe gebildet, die gemeinsam Brettspiele spielt. Die Spielgruppe selbst wurde Anfang 2015 von Doreen Schmidt und Marko Tatge gegründet, zwei spielbegeisterten Hamelnern, die sich im Internet über ein Spielernetzwerk kennengelernt haben.

veröffentlicht am 15.06.2017 um 00:00 Uhr

Wenn das Wetter es zulässt, wird draußen gespielt. FOTO: Christian kampe

Zwar hatten beide in ihren Freundeskreisen schon einige Spieler, fanden aber regelmäßige Treffen sehr erstrebenswert.

Die ersten Treffen fanden im Café Täglich statt, manchmal nur zu zweit, in den ersten Monaten wuchs die Zahl der Teilnehmer dann aber auf ein halbes Dutzend an. Zeitgleich mit der Reduzierung der Öffnungszeiten des Cafés bot Andreas Bröder, Besitzer des Lasertags Hameln an, die Spieleabende in seiner Lokation stattfinden zu lassen, was der Spielgruppe aus verschiedenen Gründen sehr entgegen- kam: größere Spieltische, längere Öffnungszeiten und ein angemessenes Ambiente. 2016 stieg die Mitgliederzahl der Facebookgruppe schnell an, da es anscheinend in Hameln und Umgebung viele Leute gibt, die gerne spielen, aber teilweise Schwierigkeiten hatten, Mitspieler zu finden. Das Hobby liegt voll im Trend, im Frühjahr 2017 konnte sich „Hameln Spielt!“ über sein 100. Mitglied in der Facebookgruppe freuen.

Zu den regelmäßigen Spieleabenden finden sich derzeit zwischen 15 und 25 Leuten zusammen, die dann vor Ort entscheiden, was sie mit wem spielen wollen.

Große Tische im Lasertag laden zum Spielen ein. FOTO: Andreas bröder
  • Große Tische im Lasertag laden zum Spielen ein. FOTO: Andreas bröder

Bei den Spielen handelt es sich um Gesellschaftsspiele von mittlerer bis höherer Komplexität, die einfacheren Spiele lassen sich mit den bekannten Titeln „Risiko“ oder „Die Siedler von Catan“ vergleichen, die anspruchsvolleren Spiele dauern schon mal drei bis vier Stunden. Zu Beginn werden nach Bedarf die Spielregeln erläutert.

„Die Art von Spielen, die bei uns gespielt werden, ist sehr unterschiedlich“, berichtet Marko Tatge. Manche lassen sich kooperativ spielen, was bedeutet, dass die Spieler gemeinsam versuchen, ein Ziel zu erreichen. Entweder gewinnen oder scheitern alle gemeinsam. Ein Beispiel hierfür ist das Spiel „Pandemie“, bei dem die Spieler als Ärzte und Wissenschaftler versuchen, weltweit grassierende Krankheiten einzudämmen und zu bekämpfen. Es findet auf einer Weltkarte statt, auf der die Spieler Figuren hin- und herbewegen, die diese Charaktere darstellen. Nur durch Zusammenarbeit und gemeinsame Absprachen können die Spieler den Ereignissen trotzen, welche durch ein Kartendeck zufällig generiert werden.

Aber auch klassisch-konfrontative Spiele kommen häufig auf den Tisch, hier unterscheidet man z. B. zwischen sogenannten „Aufbauspielen“ (zu denen etwa „Die Siedler von Catan“ gehört) bei dem die Spieler etwas um die Wette errichten: ein Dorf, eine Stadt oder gleich ein ganzes Universum. Der Handel mit Rohstoffen und (bei komplexeren Spielen) die Organisation und das Management von Wirtschaftsketten sowie Buchhaltung steht hier im Vordergrund. Ein sehr beliebtes Spiel der letzten Monate ist „Mombasa“, welches 2016 auf der Auswahlliste „Spiel des Jahres“ stand.

Spiele mit kämpferischem Thema sind auch bei einigen Spielern beliebt, das taktische Führen von Einheiten und der Kampf „Gut gegen Böse“ wird hierbei häufig thematisiert (Auch Schach geht in diese Richtung). Es handelt sich weniger um Gewalt und das Zelebrieren des Krieges, vielmehr um das Entwickeln von Strategien und Plänen, Intrigen und Pakten – so martialisch das nun auch klingen mag, so friedfertig geht es dann in Wahrheit am Spieltisch zu.

Als Stellvertreterspiel kann Marko Tatge „Scythe“ anführen, welches zugleich Aufbauspiel und Konfliktsimulation ist. Die Spieler schlüpfen in die Rollen verschiedener konkurrierender Nationen Europas der 1920er Jahre, allerdings ist das Szenario in einer Alternativrealität angesiedelt, um tatsächliche historische Bezüge zu verfremden. Die Spieler bauen ihre Bereiche aus, haben stets ihre Nachbarn im Auge, mit denen sie Abkommen schließen oder sich Kämpfe um Rohstoffe und Gebiete liefern können. Interaktion zwischen den Mitspielern ist hierbei sehr wichtig.

Aber nicht nur solche schweren Kaliber kommen auf die Spieltische, auch kleine Kartenspiele wie „Bohnanza“ oder „Wizard“, deren Regeln schnell erklärt sind und deren Spieldauer etwa eine Viertelstunde beträgt sind als „Aufwärmer“ oder „Absacker“ allseits beliebt.

Jeder Interessierte kann vorbei kommen und teilnehmen, ob Neuling oder alter Hase. Die Alterstruktur liegt zwischen 20 und 50 Jahren, etwa gleich viele Männer und Frauen. Die meisten haben eine Sammlung von Spielen zu Hause (einige Mitglieder beherbergen mehr als 300 Stück), von denen sie immer einige mitbringen, aber dies ist keine Voraussetzung, um dabei zu sein. „Vielmehr vereint uns die gemeinsame Begeisterung am Hobby, die Lust am Ausprobieren und das gesellige Zusammensein jenseits von TV und Internet, wir sind ,Freunde der analogen Unterhaltung‘ wie Brettspiel-Blogger Hunter und Cron das Hobby treffend bezeichnen.“

Ein paar Mal im Jahr richten sie größere Events aus, um ihr Hobby an die Öffentlichkeit zu bringen und neue Spiel-Fans aufzunehmen. So haben sie 2016 und 2017 am „International Tabletop Day“ teilgenommen, dem weltweiten Tag des Gesellschaftsspiels (www.tabletopday.com), bei dem sie einen großen Zulauf verbuchen konnten, an guten Zeiten waren 40-50 Spieler zu Besuch Im September 2017 nehmen sie erstmalig an „Stadt-Land-Spielt!“ teil, einer deutsch-österreichischen Initiative zur Förderung des Kulturguts Spiel in der Gesellschaft. (www.stadt-land-spielt.de)

Die regelmäßigen Treffen finden jeden Dienstag von 19 bis 23 Uhr im Lasertag Hameln, Nienstedter Weg 5, statt. Die Veranstaltungen werden über www.facebook.com/groups/hamelnspielt organisiert und stehen auf der Homepage hameln-spielt.de, berichtet Marko Tatge.PR

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