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100 Jahre Pfadfinderbewegung - Rintelns Wölflinge müssen nach Fischbeck / Das beste sind die Sippenfahrten

Spannende Freizeit - ganz ohne Gameboy und Handy

Rinteln (cok). Wenn Linus von einer seiner Wochenend-"Sippenfahrten" mit den Pfadfindern wieder zurückkommt, dann verbreitet er einen Geruch nach Wald, Erde und Feuchtigkeit. Blaues Hemd, Hose und Schuhe sind vollkommen verdreckt und er selbst so müde, dass er kaum reden kann.

veröffentlicht am 18.06.2007 um 00:00 Uhr

So ein großes Zelt aufzubauen - eine Kote - ist Teamarbeit. Foto

Oft hat es viel geregnet, lag die dünne Isomatte auf hartem Boden und der Nebenschläfer in der Kote schnarchte wieder ganz fürchterlich. Trotzdem kommt er immer glücklich zurück. Immer. Dabei ist der Rucksack mit dem aufgeschnallten Schlafsack trotz Minimalausrüstung fast so schwer wie ein bücherbepackter Schulranzen und wurde ja viele Kilometer durch unwegsamen Wald zum jeweiligen Lagerplatz geschleppt. Das Koschi (Kochgeschirr) hängt klappernd an einer Schlaufe und jeder muss auch noch einen Teil der praktischen Leinen-Zelte tragen, dazu Lebensmittel und Wasser. "Och, das macht doch nichts", meint er. "Wir reden und singen ja die ganze Zeit beim Wandern - da merkt man das gar nicht." Er gehört zum "Stamm Helmburgis" in Fischbeck, wo seit 1922 die Pfadfindertradition des BdP (Bund Deutscher Pfadfinder) fortgeführt wird. Wer in Rinteln wohnt, kann sich entweder der kleinen Truppe der evangelisch-freikirchlichen Pfadfinder der Baptistischen Gemeinde anschließen, dem Verband christlicher Pfadfinder in Bückeburg oder eben den konfessionslosen Pfadfindern in Fischbeck. Gemeinsam ist allen dreien ein wöchentliches Treffen, bei dem gespielt und gesungen wird, bei dem man lernt, wie man auch unter schwierigen Bedingungen Feuer macht, Zelte aufbaut, praktische Gerichte kocht oder sich mit und ohne Kompass im Wald zurechtfindet. Nach und nach wird man auch darauf vorbereitet, vielleicht selbst mal eine Gruppe zu leiten und Unternehmungen zu planen. Das beste aber sind diese Sippenfahrten oder großen Lager (wie gerade das Landespfingstlager anlässlich des 100 Geburtstages der Pfadfinderbewegung) fern vom Alltag, ohne Handy, Gameboy oder mp3-Player - dafür in Gesellschaft von oft ziemlich wilden Jungs und Mädchen, die mit ebenso großem Vergnügen raue Geländespiele spielen wie sich in ernsthafte Diskussionen zu vertiefen. Schon manche neue Freundschaft entstand auf diese Weise und manche erste Liebe. Weitere Informationenüber den Bund Deutscher Pfadfinder und den Stamm Helmburgis in Fischbeck im Internet unter: www.bdp-stamm-helmburgis.de



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